Jahrgang 
1 (1851)
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gano ſank händeringend in ſeinen Lehnſeſſel

zurück.

Als die Dienerin in den beiden Anweſen⸗ den die Geliebten derer erblickte, die ſie eben genannt hatte, wollte ſie von Neuem zu lamen⸗ tiren anfangen.

Aber Colletta und Ferri hatten bereits den Hut auf's Haupt gedrückt und den Degen aus der Scheide geriſſen. Im nächſten Augenblick hatten ſie ſich auf die draußen harrenden Roſſe geſchwungen, und jagten dem Kaſtell St. Elmo zu. Dorthin wurden alle Gefangenen abge⸗ führt; dorthin, vermutheten ſie, würden auch die Geliebten geſchleppt worden ſein.

Wir treffen ſie noch, flüſterte Antonio, bleich wie der Tod. Nach dem Kaſtell iſt es weit. Wir treffen ihn noch, den Schurken Fe⸗ derigo!

Federigo! knirſchte Colletta, den Griff ſeines Schwertes krampfhaft zuſammendrückend.

Es war rabenſchwarze Nacht geworden. Der Regen hatte etwas nachgelaſſen, aber der Sturm⸗ wind tobte mit entſetzlicher Gewalt durch die öden Straßen von Neapel.

Schweigend jagten die Freunde über den großen Platz vor dem Kaſtell.

In der Ferne bemerkten ſie eine Gruppe mit Windlichtern, die ſich ebenfalls langſam nach dem Kaſtell hinbewegte.

Da der Sturmwind ihnen entgegenſauſte, ſo hörten ſie deutlich das Fluchen der Häſcher und die Befehle einer gebieteriſchen Stimme.

Unwillkürlich bielten die beiden Reiter ihre Roſſe an.

Beim Schein der Windlichter erkannten ſie eine in einen Mantel gehüllte Perſon, die mit dem bloßen Degen in der Hand, eine ohnmäch⸗ tige Frauengeſtalt mühſam fortſchleppte. In⸗ mitten der Häſcher bewegten ſich drei andere Geſtalten, ein Greis und zwei Frauen, müh⸗ ſam weiter.

Der Zug ſtockte einen Augenblick. Die ohn⸗ mächtige Frau war den Armen Desjenigen, der die Rotte zu führen ſchien entſunken. Sie rich⸗ tete ſich auf.

Verteufelt! ſtöhnte eine Stimme herüber.

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Vermaledeites Wetter! Habt Ihr denn keine Bahren, keine Karren?

Federigo! flüſterten die Reiter, deren Augen aus den Höhlungen hervorzuquellen ſchienen.

Mit erhobenen Schwertern drückten ſie den Roſſen wüthend die Sporen in die Seiten.

O Colletta! Wäre Colletta hier! ächzte eine Stimme durch den Sturm. War es Lui⸗ gia's, war es Eleonorens Stimme, die Freunde konnten es nicht unterſcheiden.

Wie ein Blitz fuhr Freude und Verzweiflung den Reitern durch's Herz. Das Blut ſchoß ihnen hochroth in die Wangen. Die erhobene Fauſt ſchien mit dem Schwerte zuſammen ge⸗ ſchmiedet zu ſein.

Hier iſt er! Hier ſind wir! riefen Beide gellend zugleich.

Ein vierfacher Schrei des Entzückens tönte aus der Gruppe herüber, gefolgt von einem fürchterlichen Fluche.

Im nächſten Augenblick ſank Federigo unter einem mit entſetzlicher Kraft gefuͤhrten Hiebe Colletta's zuſammen.

Antonio ſprang vom Pferde, um Luigia an ſich zu reißen.

Eleonora brach zuſammen.

Ein wilder Kampf entbrannte. Federigo hatte ſich aufgerichtet und feuerte ein Piſtol auf Antonio, ohne ihn zu treffen. Die Häſcher, zwanzig an der Zahl, drangen auf Antonio, der mit der ohnmächtigen Luigia beſchäftigt war, und auf Colletta, der ſich vom Roſſe aus verthei⸗ digte, heftig ein. Sie waren Alle mit Piken,

Schwertern und Piſtolen gut bewaffnet. Sie feuerten die Piſtolen ab. Antonio ſank getroffen zu Boden. Colletta

fühlte ſein Blut aus Bruſt und Arm heiß her⸗ niederfließen.

Die Thore des Kaſtells öffneten ſich. Ein Zug Bewaffneter eilte mit Windlichtern herbei.

Zu Hülfe! Zu Hulfe! ſchrieen die Häſcher.

Im nächſten Augenblick waren Luigia und Elconora von den Häſchern ergriffen. Andere deckten den ächzenden und fluchenden Federigo mit ihren Waffen.

Laßt ſie nicht entwiſchen! ſtöhnte der ſchwer getroffene Federigo.

Pater

ten