Jahrgang 
1 (1851)
Einzelbild herunterladen

7

1 V wuchſen täglich zu immer heftigerer Gluth und Unterdeſſen waren auch die Zuſtände des ung Stärke. Ein unheimliches Feuer leuchtete aus Königreichs Neapel von Jahr zu Jahr trauriger ſeinen Augen, die düſtere Blicke ſchoſſen, ſobald geworden. Stets zahlreicher wurden die Freunde

nnt Antonio oder Pietro ihm begegneten. Denn der Freiheit, und einen immer feſtern Boden auch gegen den jungen Colletta hegte Federigo gewannen die neuen Lehren, je weiter ſich die mi V eine tiefe Abneigung. Wie alle Feigen und ſiegreichen Waffen der franzöſiſchen Republik hen Niederträchtigen, haßte er den edlen und offenen ausbreiteten. Aber auch deſto tyranniſcher wurde eir 5 Charakter, die Seelengröße eines Jünglings, die Regierung König Ferdinand's. Von Natur B wie Colletta. Zudem wußte er, daß Pietro feige, machte ihn die Furcht grauſam; wer nur ſch ſeinen Freund Antonio auf die Leidenſchaft Fe⸗ irgend verdächtig war, oder ſich die geringſte ucch derigo's zu Luigia aufmerkſam gemacht und ihn Widerſpenſtigkeit hatte zu Schulden kommen Ge vor den böſen Plänen deſſelben gewarnt hatte. laſſen, wurde in den Kerker geworfen oder für die Vor Allem aber war Federigo der Sohn eines immer auf eine der öden Inſeln zwiſchen Neapel nem Mannes, den Intereſſe und Schlauheit an das und Sicilien verbannt. Die eigentlichen Stützen niw⸗ Schickſal des Königshauſes gefeſſelt hatten, und der Tyrannei waren der Engländer Acton und 4 der nicht aus Patriotismus oder Anhänglichkeit, der Cardinal Fabrizio Ruffo, die Werkzeuge laſe d ſondern aus Eigennutz ſich als einer der treueſten der ränkeliſtigen Königin Karoline, einer Prin⸗ un Anhänger der königlichen Familie geberdete. zeſſin aus dem Hauſe Habsburg. Sie benutzten let, Charakter und Erziehung hatten den jungen die Furcht des Königs vor denJakobinern, daß Baker zum treuen Ebenbilde ſeines Vaters ge⸗ um jeden Braven und Redlichen, der eine Stelle der macht. Jene ideale Liebe zur Freiheit, die je⸗ in der Verwaltung des Landes einnahm, als nde, der Aufopferung fähig iſt, war ihm fremd und Franzoſenfreund zu verdächtigen und einkerkern Ba⸗ unbekannt; was ſeinen Eigennutz nicht befrie⸗ zu laſſen, bis endlich das ganze Getriebe der li digte, war ihm gleichgültig. Daher ſein tiefer. Staatsverwaltung ſich in den Händen der Krea⸗ Ko⸗ Haß gegen die Jakobiner, die Franzoſenfreunde, turen Acton's und Ruffo's befand. Recht und ler⸗ wie er ſie nannte, vor Allem aber gegen Col⸗ Geſetz exiſtirten nicht mehr; die Willkür herrſchte pio⸗ letta, das Haupt derſelben, und gegen Eleonora, unbeſchränkt. Die Edelſten des Landes ſchmach⸗ die ihrerſeits ebenfalls Luigia vor dem argliſti- teten im Kerker, das Land ſank in Verarmung,

der gen Federigo gewarnt hatte. Verſchwörungen bildeten ſich, meiſt vom Adel ufig* Mehrere Jahre vergingen, während dieſe ſelbſt unternommen, aber faſt alle wurden durch man Verhältniſſe ſich entwickelten und ausbildeten. die zahlloſen Spione Acton's und Ruffo's ent⸗ lei⸗ Luigia war zur ſchönſten Blume von Neapel deckt. Auch lag die Flotte Nelſon's im Golfe ede⸗ geworden, Antonio war ſtolz auf ſeine Geliebte. von Neapel vor Anker und verhinderte jede n ſo Berauſcht von ſeinem Glücke, merkte er es nicht, Erhebung des Adels und des Volkes. Denn ohn daß auch jetzt Luigia ihm nichts Anderes ſchenkte, die Engländer ſtanden damals im geheimen iebe als herzliche Zuneigung und aufrichtige Freund⸗ Bündniß mit Neapel gegen Frankreich, und ge⸗ ſchaft. Auch wenn er es bemerkt hätte, hätte er Nelſon, der große Seeheld von Abuker, war

ruhig ſein können. Der glimmende Funken von Liebe und Verehrung zu dem jungen Colletta, der in Luigia's Herzen verborgen ſchlummerte,

umſtrickt von den Netzen der wunderſchönen, aber ebenſo ruchloſen Lady Hamilton, der Ge⸗ mahlin des engliſchen Geſandten, einer vertrau⸗

Ge⸗ wurde nicht geweckt, da Pietro Colletta, um ſei- ten Freundin der Königin Karoline, und als wa⸗ nes Freundes willen, jede andere als freund⸗ ſolche ihre Macht über Nelſon mißbrauchend, ttre⸗ ſchaftliche Begegnung mit Luigia vermied, und um durch die engliſche Flotte das geknechtete chen außerdem mit Eleonora ſo gut wie verſprochen Land im Zaume zu halten.

ffn V war. Wenn Antonio Jemand fürchtete, ſo war Dennoch hoffte die republikaniſche Partei in haft es Federigo Baker, von deſſen Böswilligkeit Neapel auf baldige Erlöſung. Die franzöſiſchen

und Argliſt er Alles erwarten durfte.

Heere nahten von Oberitalien her; Rom war