Teil eines Werkes 
1. Bd. (1849)
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ehrung, und all ihr Denken, Sprechen und Thun zeugte von dem Einfluſſe ſolcher Grundſätze, wie ſie nur aus dieſen Beweggründen hervorgehen konnten.

Nur ihre wahrhaft weibliche Liebe zu Roswell Gardiner trübte ihr ſonſt ſo ruhiges, glückliches Daſein. Dieſe allein hatte ſie mehr als einmal auf ihrem Pfade unſicher gemacht, ſie kämpfte aber mit der Schwäche und gab ſich der Hoffnung hin, dieſe noch beſiegen zu können. In ihren Augen war es unmöglich, die Hand eines andern Mannes anzunehmen, bei den Gefühlen, welche ſie, wie ſie ſich wohl bewußt war, ihm weihte, wäre dieß unzart und zumal ungerecht geweſen; ihn aber als Gatten anzunehmen, während ihm der Erlöſer nur ein, wenn auch reiner, begeiſterter Menſch war, würde nach ihrem Gefühle eben ſo viel geweſen ſein, als ſich mit Wiſſen und Willen in die Hände des großen Feindes des Heils zu begeben. Wie oft hatte ſie, ſelbſt inbrünſtiger und mit heiß ren Thränen, als ſie für ſich betete, fuüͤr den Geliebten gebetet, allein ſtets, ſo weit ſie ſehen konnte, ohne ſichtlichen Erfolg. Seine Anſichten blieben ſtets dieſelben, und ſein offenes Weſen hielt ihn ab, den Zuſtand ſeines Innern vor Mary geheim zu halten. 8

Auf dieſe Weiſe überſchlich der Gram die frühen, unſchul⸗ digen Stunden eines Weſens, welches ſonſt ſo zufrieden und glücklich geweſen wäre. Das Eigenthümliche ihrer Lage wurde dadurch geſteigert, daß ihr Oheim die Wünſche ihres Bewer⸗ bers begünſtigte. Dieß machte den Kummer der Nichte nur um ſo herber, da ſie ſich gänzlich auf ihr eigenes Urtheil ſtützen mußte, ſo ſehr dieſes auch durch das Bewußtſein des Rechtes und den Halt jener großen Macht, welche den Gläu⸗ bigen nie verläßt, gekräftigt war.

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