Teil eines Werkes 
1. Bd. (1849)
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„Er wird wohl ſterben, fürcht' ich, Oheim,“ erwiederte Mary nach einer kurzen Pauſe,—„und es würde mir leid ſein, wenn er hinüberginge, ohne daß wir uns ſagen dürften, wir hätten Alles gethan, was in unſerer Macht ſteht, ihn zu retten oder ſeine letzten Stunden zu erleichtern.“

„Es iſt ſoweit hinüber in den Hafen, daß ein Bote wahrſcheinlich nicht viel Nutzen ſchafft, und dann wäre das Geld auch für dieſen weggeworfen.“

„Ich bin überzeugt, Roswell Gar'ner würde gerne gehen, um einem Mitmenſchen in ſeiner Noth Hilfe zu bringen. Er würde nicht daran denken, ſich dafür bezahlen zu laſſen.“

„Ja, das iſt wahr. Ich muß es Gar'ner nachſagen, er iſt, wenn es irgend etwas zu thun gibt, ein ſo billiger junger Mann, wie ich nur einen kenne; ich beſchäftige ihn gern.“

Mary verſtand dieß ſehr gut. Es ſollte damit nicht mehr und nicht weniger geſagt ſein, als daß der Decan ganz gut wiſſe, der junge Mann habe ihm bei hundert Gelegenheiten ſeine Zeit und Mühe unentgeldlich gewidmet, und zwar mehr als einmal unter Umſtänden, wo er das volle Recht hatte, einer Belohnung entgegenzuſehen.

Eine leichte Röthe überflog das Antlitz der Nichte, als ſie ſich dieſe verſchiedenen Gelegenheiten in das Gedächtniß zurückrief. Glühte dieſe Wange ſo raſch auf, weil ſie die große Schwäche deſſen bemerkte, der Vaterſtelle bei ihr vertrat und dem ſie die Liebe eines Kindes zu weihen wünſchte? Wir können dieß nicht in Abrede ſtellen, ſo fern es ſich theilweiſe von dem Gefühle handelt, welches dieſes Erröthen erzeugte; gewiß aber iſt es, daß der Gedanke, Roswell habe ſich gefällig gezeigt, um ihren Oheim zu verbinden, ſich den übrigen Erinnerungen ziemlich lebhaft beigeſellte.

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