Teil eines Werkes 
1. Bd. (1849)
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Tod? ließ ſie unbeantwortet. Etwas, das wir nicht begreifen können, liegt jeder natürlichen Erſcheinung zum Grunde.So weit und nicht weiter! ſcheint jeder großen Thatſache der Schöpfung aufgedrückt zu ſein. In allen unſeren geiſtigen Erwerbungen kommen wir zu einem Punkte, wo ein Geheimniß, das kein menſchlicher Verſtand ergründet, an die Stelle der Vermuthung und des Beweiſes tritt. Dieſer Punkt mag für den Verſtand des Einen ferner liegen als für den des Andern; er iſt aber für Alle da, hält die Forſchung Aller auf und hüllt Alle in ſeinen Schleier.

Wir wiſſen wohl, daß die Gelehrteren unter denen, welche nicht an die Göttlichkeit Chrkſti glauben, ſich auf geſchriebene Zeugniſſe ſtützen zu dürfen meinen und ſich auf Fehler in der Ueberſetzung, auf Mißgriffe und Mißdeutungen des alten Textes berufen. Demungeachtet dürfen wir wohl annehmen, daß neun Zehntheile derer, welche die alte Anſicht verwerfen und der neuen beipflichten, dieß nur deßwegen thun, weil ſie nicht geneigt ſind, das zu glauben, was ſie nicht begreifen können. Dieſer Vernunftſtolz iſt einer unſerer gefährlichſten

Schwächen, und man hat ſich gegen ihn als unſeren mächtigſten

Feind zu wahren.

Wie vollſtändig, wie philoſophiſch umfaßt und veredelt der ehrwürdige chriſtliche Glaube alle dieſe Gefühle des Herzens! Wir ſagen philoſophiſch, denn es wäre dem Geiſte unmöglich, den ganzen Gegenſtand richtiger darzulegen, als er in des hei⸗ ligen Paulus höchſt faßlichen, aber kurzen Erklärung des Glaubens dargelegt iſt. Der Glaube iſt der mächtige Grund und Charakterzug der Kirche auf Erden. Er gleicht Befähi⸗ gungen, Stände, Mittel und Zwecke aus und erfüllt den Geringſten wie den Begabteſten mit Muth und Hoffnung.