Teil eines Werkes 
2. Bd. (1849)
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Dieſe Thränen waren jedoch ſehr heilſam, ſie erleich⸗ terten nicht nur ihr bedrängtes Herz, ſondern erſchloſſen auch Gefühle, die lange in ihr geſchlummert hatten, und gaben Erinnerungen an die Vergangenheit Raum, welche die Natur ihres Geſchlechtes wieder in ihr weckten, eine Natur, welche ihr bisheriges Leben in ſo hohem Grade verwiſcht hatte.

Die Stunde war aber endlich gekommen, wo dieſes lange, peinliche Schweigen gebrochen werden mußte. Hans und Roſa waren allein bei dem Kranken, als dieſer ſeine Gattin wieder anredete.

Molly, gute Molly! ſagte der Sterbende mit noch immer klarer, klangreicher Stimme,welche traurige Zeit müßt Ihr verlebt haben, ſeit ich jenes Unrecht an Euch beging!

Es iſt hart für ein Weib, Stephan, ſich hilflos in die kalte, ſelbſtſüchtige Welt hinaus geſchleudert zu ſehen, antwortete Hans einfach, denn ſie war viel zu ehrlich, als daß ſie eine Zurückhaltung hätte heucheln ſollen, welche ſie nicht fühlte.

Es war in der That hart; möge Gott mir es ver⸗ geben, wie Ihr mir, hoffe ich, vergebt, Molly.

Auf dieſe Anſprache erfolgte keine Antwort, und der Kranke blickte ängſtlich auf ſein Weib. Dieſe fuhr mit ihrer Arbeit, bei welcher ſie ſich jetzt nicht mehr ſo linkiſch benahm wie anfangs, fort und heftete ihre Augen auf die Nadel; der Ausdruck ihrer Züge war ſtreng, und ihre Gefühle ſchienen ſich keiner Art Erregung hinzugeben.

Euer Gatte ſpricht mit Euch, Hans Tier, ſagte Roſa mit Nachdruck.

Möge der Eurige nie Veranlaſſung haben, in