Teil eines Werkes 
2. Bd. (1849)
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wo ſie ohne Beihilfe die geeignete Kleidung ihres Ge⸗ ſchlechtes angelegt hatte. Die Gewohnheit und beſonders die Nähe der ſchönen Roſa hatten auch nicht wenig dazu beigetragen, die Natur des Weibes, wenn wir ſo ſagen dürfen, wieder in ihr zu wecken; vor Allem begann ſie ihrem Kranken jene Art Theilnahme zuzuwenden, welche wir Alle mit der Zeit gegen die zu fühlen pflegen, die unſerer beſondern Sorgfalt anheim gegeben ſind. Damit ſoll nicht geſagt ſein, als habe die Unglückliche je ganz aufgehört, ihren Gatten zu lieben; ſo ſeltſam es ſcheinen mag, nahm ſie dennoch ſtets Theil an ihm und an ſeiner Wohlfahrt, obgleich ſie ſein Thun verabſcheute; wir wünſch⸗ ten nur anzudeuten, daß ſie ſich nicht nur den tiefer gehen⸗ den Gefühlen des Weibes zuwendete, ſondern auch bald die ganze Theilnahme einer Krankenwärterin, wie ſie ſein ſoll, empfand.

Von dem Augenblicke an, wo Hans Tier ſeinem Geheimniß entſagte, bis zu dem, von welchem hier die Rede iſt, hatte Spike nicht eine Sylbe an ſeine Gattin gerichtet. Oft überraſchte ſie ihn, wie er ſeine Augen ſtarr auf ſie heftete, worauf er ſie aus Widerwillen, wie ſte fürchtete, raſch wegwendete und dann ein leiſes Stöhnen hören ließ, welches eher eine Folge geiſtiger als körperlicher Leiden zu ſein ſchien. Kein Wort kam jedoch während dieſer ganzen Zeit von ſeinen Lippen.

Die arme Frau müßte mehr Philoſophie oder weniger Gefühl beſeſſen haben, als ſie wirklich beſaß, wenn ein ſolches Benehmen von Seiten ihres Gatten ſie nicht tief verletzt hätte. In der That, Molly fühlte ſich ſchmerzlich gekränkt, und mehr als einmal erlag ihr Stolz, und ſte weinte bitterlich.

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