Teil eines Werkes 
2. Th. (1843)
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in dem Sturme ihres Schmerzes aus ihrem Kerker flüchten. Aber es war moraliſch unmöglich, daß Ghita länger unter dem Einfluſſe der Verzweiflung blieb. Ihr ſanfter Geiſt hatte zu lange und zu innig mit ihrem himmliſchen Vater verkehrt, um nicht in allen gefähr⸗ lichen Augenblicken des Lebens zu Ihm ihre Zuflucht zu nehmen. Sie betete zum zehnten Male in dieſer Nacht und ſtand ruhig, wenn nicht ganz ergeben, von ihren Knieen auf.

Die Lage Ghita's war jetzt ſo wild maleriſch, als ſie für ihren innerſten Geiſt aufregend war. Alle um ſie her ſchliefen noch und zwar, für das Auge, ſo feſt wie er, der nur wieder auferſtehen ſollte, wenn Meer und Land ihre Todten herausgeben. Die Erregungen und Anſtrengungen des vergangenen Tages brachten ihre Gegenwirkung hervor, und ſelten hat der Schlaf einen

mächtigeren Einfluß ausgeübt. Das Feuer brannte noch

hell auf den Felſen der Gig⸗Mannſchaft und warf ſeine Strahlen über die Ruinen, die verſchiedenen Schläfer auf denſelben und den regungsloſen Körper des Todten. Dann und wann ſchickte die Tramontana, welche jetzt friſch blies, einzelne Stöße hernieder, welche die Flamme anfachten, und der grelle Glanz, welcher dann folgte, ſchien Allem umher Leben und Wirklichkeit zu geben.

Ghita war jedoch zu hohen Geiſtes, um andern Gefühlen, als ihrem Verluſte und der raſtloſen Beſorg⸗ niß für den hingeſchiedenen Geiſt, Raum zu geben. Sie 187 189. 26