Teil eines Werkes 
2. Th. (1843)
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Sie bot ihm kühlende Getränke und pflegte ihn mit der unermüdlichſten Sorgfalt; und wenn ſeine Schmer⸗ zen nachzulaſſen ſchienen, fiel ſie auf ihre Kniee und betete, und ergoß ihre ganze Seele für ſeine künftige Wohlfahrt.

Auf dieſe Weiſe verfloß eine Stunde; Alles auf und nahe dem Felſen ſchlief, von Müdigkeit bewältigt, nur Ghita und der Sterbende nicht.

Jener Stern verfolgt mich, Ghita, flüſterte Raoul endlich;wenn er wirklich eine Welt iſt, muß eine all⸗ mächtige Hand ihn geſchaffen haben; der Zufall hat nie eine Welt geſchaffen, ſo wenig, als er ein Schiff geſchaf⸗ fen hat. Gedanke, Geiſt, Verſtand müſſen bei der Bil⸗ dung des einen ſo gut, wie bei der des andern vorge⸗ herrſcht haben.

Seit Monaten hatte Ghita keinen ſo glücklichen Au⸗ genblick gekannt, wie dieſer war. Es ſchien, als wenn Raoul's Geiſt ſich ſelbſt den Banden einer ſchalen Mode⸗ philoſophie entſchlagen wolle, welche eine ſo edle Natur, einen gewöhnlich ſo klaren Geiſt bewältigt hatte. Wenn ſeine Gedanken nur einmal die rechte Richtung genom⸗ men, ſetzte ſie die größte Hoffnung auf die Klarheit ſei⸗ nes Blickes und vor Allem auf die Güte Gottes.

Raoul, ſagte ſie leiſe,Gott iſt dort, wie er bei uns auf dieſem Felſen iſt. Sein Geiſt iſt überall. Preiſe Ihn preiſe Ihn in deiner Seele, mein Ge⸗ liebter, und werde für ewig glücklich.