Teil eines Werkes 
2. Th. (1843)
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reine Atmoſphäre unſern Sinnen die Gegenſtände leben⸗ diger zeigt; der Geiſt iſt dann für den Augenblick Herr und faſt unumſchränkter Gebieter.

Ein ſolcher Strahl der Wahrheit überglänzte die Seele des Sterbenden und konnte nicht ganz ohne Ein⸗ fluß bleiben. Neue Gefühle beſtürmten Raoul's Bruſt.

Glauben deine Prieſter, daß die, welche ſich in dieſem Leben gekannt und geliebt haben, ſich in der, welche nach ihrer Anſicht kommen ſoll, auch kennen und lieben? fragte er.

Das Leben, welches kommen wird, Raoul, iſt ganz Liebe oder ganz Haß. Ich darf hoffen, daß wir uns erkennen; ich ſehe keinen Grund, daran zu zweifeln. Nach meines Oheims Meinung muß es ſo ſein.

Dein Oheim, Ghita? wie, Carlo Giuntotardi er ſchien nie an Das zu denken, was um ihn her vor⸗ ging verweilt ein ſolcher Geiſt bei ſo fernen, erhabe⸗ nen Gedanken, wie dieſe?

Du kennſt und verſtehſt ihn nur wenig, Raoul. Sein Geiſt läßt ſich ſelten von ſolchen erhabenen Gedan⸗ ken abziehen, darum iſt ihm die Erde und Alles, was ſie enthält, ſo gleichgültig.

Raoul antwortete nicht; da aber ſeine Wunde ſchmerz⸗ lich zu brennen ſchien, hatte Ghita unter dem Einfluſſe echt weiblichen Gefühls und einer zärtlichen Natur das Herz nicht, in einem ſolchen Augenblicke ihn ſelbſt mit ſeinem Seelenheile zu bedrängen.