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vater, ſo habe ich dich doch von Kindheit auf geliebt und für dich gebetet. Mein trefflicher Oheim hat mir frühe dieſes Pflichtgefühl eingeprägt; nie aber hat er mich ge⸗
lehrt, dich oder irgend Jemand zu haſſen. Mein Vater
lebt nicht mehr; und was er dir heute ſein würde, will ich mich bemühen, dir ſtatt ſeiner zu werden. Die Welt iſt mir nichts, und es wird dich tröſten, dir Jemand nahe zu wiſſen, deſſen Herz um dich weint und deſſen Seele überſtrömen wird von Gebeten für dein ewiges Heil.“
„Und dieſes Weſen, frommer Vater, muß ich eine Stunde vor meinem Tode kennen lernen! Gott ſtraft mich hinreichend für das Unrecht, das ich ihr angethan, indem er mich ihren Werth jetzt kennen lehrt, wo es zu ſpät iſt, ihn zu nützen. Nein, Ghita, edles Kind— ein ſolches Opfer werde ich von dir nicht verlangen. Nimm dieſes Kreuz— es gehörte meiner Mutter; ſie trug es auf ihrer Bruſt und lange ruhte es auf der mei⸗ nigen; behalte es als ein Andenken an deinen unglück⸗ lichen Großvater und bete für mich. Nun aber verlaſſe dieſes unſelige Schiff und laß dir dein zartes Gefühl nicht durch eine Scene verdüſtern, die für dein Geſchlecht und deine Jahre nicht paßt. Ich ſegne dich— ich ſegne dich, mein Kind!— Wollte Gott, ich hätte dich früher gekannt; aber ſelbſt dieſe kurze Bekanntſchaft mit deinem Werthe hat mein Herz erleichtert. Du findeſt einen armen Verurtheilten in mir, der nicht im Stande iſt, für deine künftigen Bedürfniſſe Sorge zu tragen; doch 25*


