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Ghita's Genoſſinnen waren demnach Töchter von Krämern, und Maͤdchen dieſer Klaſſe, welche leſen konn⸗ ten und gelegentlich zu Livorno geweſen, auch von dem Stellvertreter des Statthalters ſeiner Haushälterin vor⸗ geſtellt worden waren, durften ſich wohl für ein wenig erhaben über die gemeinere Neugier der weniger gebil⸗ deteren Töchter der Stadt halten.
Ghita ſelbſt verdankte jedoch ihre Ueberlegenheit eher ihren Eigenſchaften, als dem zufälligen Vortheile, die Tochter eines Krämers oder Wirthes zu ſein; denn ihre Abſtammung, ſo wie ihr Familienname, waren den mei⸗ ſten um ſie her unbekannt. Sie war ſechs Wochen frü⸗ her hier an das Land geſetzt, und von einem Manne, der ſich für ihren Vater ausgab, dem Gaſtwirthe Criſto⸗ foro Dovi in die Koſt gegeben worden, und ihren ganzen Einfluß verdankte ſie dem Vorzuge, daß ſie auf Reiſen geweſen, vielleicht auch nebenher ihrem kräftigen Geiſte, der großen Entſchloſſenheit ihres Charakters, dem edeln Anſtand und der jungfräulich holden Beſcheidenheit ihres Benehmens, einer Geſtalt, welche ungemein lieblich und anmuthig war, und einem Geſichte, welches man kaum ſchön nennen konnte, das aber im höchſten Grade anzie⸗ hend und einnehmend war. Niemand dachte daran, ſie nach ihrem Namen zu fragen, und ſie ſchien es nie für nöthig zu halten, deſſelben zu erwähnen. Ghita war hinreichend,— ſo kannten ſie Alle, und obgleich ſich noch einige Mädchen zu Porto Ferrajo ſo nannten, wurde ſie 2*¾


