„Es iſt meine Couſine, Miß van Courtlandt, die ich lieb hatte wie eine Schweſter. Es iſt das erſte Mal, nach ſo vielen Jahren, daß ich ſie wiederſehe!“
„Eh bien;, c'est une très jolie jeune personne!“ entgegnete die Gouvernante, ſobald ſie von der Stelle, die Evchen eben verlaſſen, einen Blick auf den Beſuch geworfen.„Sous le rapport de la personne, ma chére, vous devriez étre contente au moins.“
„Wenn Sie mich entſchuldigen wollen, Mademoiſelle, ſo gehe ich allein hinunter. Mir wäre es lieber, bei dieſem erſten Zuſammentreffen Miß Grace ohne Zeugen zu ſprechen.“
Tres-volontiers.— Elle est parente, et c'est bien naturel.“
Nach dieſer ausdrücklichen Zuſtimmung ging Evchen allein, begegnete in der Thüre dem Dienſtmädchen, wel⸗ ches ihr mit der Meldung, Miß van Courtlandt ſei im Bücherſaal, entgegenkam, und langſam ging ſie die Treppe hinab, ihren Beſuch zu empfangen. Der Bücherſaal wurde von oben herab durch eine kleine Kuppel beleuch⸗ tet, und Grace befand ſich, ohne ſich deſſen bewußt zu ſein, genau an der Stelle, die ein Maler gewählt haben würde, um ſie abzuconterfeien. Ein ſtarkes, volles, glänzendes Licht fiel ſchräg auf ſie und beleuchtete die einnehmende Geſtalt und die ſchönen Züge auf das vortheilhafteſte, als eben Evchen eintrat; dieſe Züge, dieſe Geſtalt machten keinen alltäglichen Eindruck, auch


