nehmen, aber ihr Großvater väterlicherſeits, der damals noch lebte, führte ihm ſein vorgerücktes Alter und ſeine Zuneigung zu der Kleinen als Gegengründe an, ſo daß der bereits gemachte Plan aller Widerrede ungeachtet aufgegeben werden mußte. Dieſer gute Großvater war unterdeſſen geſtorben, und Grace blieb ſeit der Zeit, bei einem anſehnlichen Vermögen, ziemlich unbeſchränkte Herrin ihres eigenen Willens.
Der Augenblick des erſten Wiederſehens dieſer warm fühlenden Mädchen erregte in Beiden innige Theilnahme und zärtliche Sorge. Sie hatten einander die zarteſte „Zuneigung bewahrt, obgleich die Jahre, die ſeit ihrer Trennung verfloſſen, ſo manchen neuen Eindrücken und früher ungekannten Anſichten Raum gegeben, daß beide ihrer erſten Begegnung jetzt mit faſt ängſtlicher Beſorg⸗ niß entgegen ſahen. Ihr erſtes Zuſammentreffen fand etwa eine Woche ſpäter ſtatt, nachdem Evchen in ihrem Hauſe in State⸗ſtreet ſich eingewöhnt hatte, und eine Stunde früher, als man gewöhnlich Beſuche zu empfangen pflegte. Eine Kutſche hielt vor dem Eingange, die Schelle wurde angezogen; Evchen hörte es, blickte verſtoh⸗ len hinter einem Vorhang hinunter und erkannte beim Ausſteigen aus dem Wagen ihre Couſine.
„Qu'avez-vous, ma chêre?“ frug Mademoiſelle Vief⸗ ville, bemerkend, daß ihre Zöglingin zitterte und bleich ward.
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