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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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gloria in altissimis Deo et in terra pax homini- bus bonae voluntatis.

Ehre ſei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menſchen ein Wohl⸗ gefallen. Luc. 2, 14.

Godmaert und ſeine Tochter Gertrud ſaßen neben⸗ einander in dem Bücherſaal: ſſie thaten nichts, und verharrten in dem Zuſtand der Angſt und Erwartung, der alle Denkkraft des Menſchen auf einen Punkt konzen⸗ trirt. Seit einer halben Stunde hatten ſie nichts geſpro⸗ chen; ſie ſchienen mit offnen Augen zu ſchlafen. Schon wußten ſie, wie alle Tempel beraubt, geplündert und entheiligt waren; wie man die Geiſtlichen verjagt und mißhandelt hatte. Godmaert weinte im Innerſten ſeines Herzens über die Hülfe, welche er den Ketzern hatte an⸗ gedeihen laſſen; er dachte mit Schrecken an Pater Fran⸗ ziskus, deſſen Loos er nicht kannte.

Nicht minder war Gertrud von ſchrecklichen Gedanken gefoltert. Seit der verfloſſenen Nacht hatte ſie Ludwig nicht geſehen. Niemand konnte ihr von ihm Nachricht geben; Pater Franziskus war in ihrer Wohnung nicht erſchienen, er, der ſonſt als Schutzengel an ihrer Seite ſtand. Ihre ängſt⸗ lichen Gedanken, ihre bange Furcht löſte ſich in dem Seufzer:Sie ſind todt, todt! auf. Plötzlich trat The⸗ reſe in den Bücherſaal und rief:

Da find ſie! Da ſind ſie! Ludwig und Pater Fran⸗ ziskus!

Ein Freudengeſchrei Gertruds war die Antwort auf Thereſens Nachricht. Das Fräulein ſtund auf und ſprang nach der Thüre, die in dieſem Augenblicke aufging.

Aber als ſie Ludwigs beſchmutzte Kleider ſah, als