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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Ha! rief Wolfangh freudig aus,es gibt noch ſchlimmere Menſchen als mich! Das Blut des Möͤrders ſtrömt!

Dann warf er einen theilnehmenden Blick auf Pater Franziskus, einen meſſenden Blick auf die, welche ihn miß⸗ handelt hatten, nahm in jede Hand ein Stilet, drückte ſeinen Kopf zwiſchen die Schultern... ſchrie laut auf und warf ſich unter die Feinde.

Ehe Schuermans und die Andern ihm folgen konn⸗ ten, lagen ſchon einige in ihrem Blute und nach wenigen Augenblicken war in den umliegendeu Straßen Niemand mehr zu ſehen; nur von ferne hörte man noch den Ruf:

Wolfangh! Wolfangh! als Schreckensruf weithin erſchallen.

Dann kam Wolfangh zurück zu Pater Franziskus; er betrachtete mit Entrüſtung das edle Geſicht des Prie⸗ ſters, das durch Schmutz und Blut etwas entſtellet war. Nachdem er eine Weile ſo zugeſehen, verließ er Ludwig und ſeine Freunde, und lief nach der Thür des gegen⸗ überſtehenden Hauſes. Trotz ſeines Klopfens und Rufens wurde nicht geoͤffnet.

Wolfangh gerieth in heftigen Zorn; wüthend drückte er den eiſernen Klopfernder Thüre krumm. Doch es half nichts; raſch holte er eine Schieferſchwelle und mit einem Schlage ſtunden Schloß und Riegel auf... Die Thüre ſtürzte krachend zu Boden.

Kurz darauf kam Wolfangh aus dem Hauſe; in der einen Hand hielt er eine Kufe mit Waſſer und in der andern einige leinene Tücher. Er kniete zu dem Prieſter nieder, wuſch ſein Haupt und Angeſicht und verband ſeine Wunde mit ſo viel Gewandtheit, daß man ihn hätte für einen Arzt halten koͤnnen.

Nun bemerkte man erſt, welch' ſchreckliche Verände⸗ rung mit Pater Franziskus vorgegangen war. Das ver⸗ lorne Blut hatte ihm alle Kräfte geraubt; ſeine einge⸗ fallenen Wangen waren mehr als bleich, ſie waren aſch⸗