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Ich werde im Himmel für Dich beten.— Komm, mein braver, tapferer Sohn, gib mir den Abſchiedskuß.“
Aber Ludwig antwortete nicht; alle ſeine Aufmerkſam⸗ keit war auf die Steine gerichtet; alle ſeine Sorge be⸗ ſtand darin, mit Armen und Schultern, wie mit einem Schilde, den Prieſter zu beſchützen. Endlich wurde aber die Zahl der Feinde ſo groß, daß Ludwig den Prieſter nicht mehr befreien konnte. Er warf ſeine Arme um des Prieſters Hals, und ſprach:
„Da iſt der Kuß, den Ihr verlangt, aber es iſt kein Abſchiedskuß... Nein, wir wollen zuſammen für unſern Gott ſterben.. O ich werde auch Märtyrer ſein... wie ſchön iſt dieſe Gewißheit... 4
Seine Stimme verſagte ihm und er legte ſein Haupt an den Buſen des Prieſters.
Gewiß hätte er ſich in dieſer Stellung tödten laſſen, aber ein ſchwererer Stein, der den Pater traf, machte ihn laut aufſchreien. Ludwig riß ſich los, ſprang wüthend auf, und ſah ſich unter einem Hagel von Steinen um, ob von nirgend her ihm Hülfe werden würde.
Plötzlich ſah er von Ferne in der Koepoortsſtraet ei⸗ nige Menſchen, die er kannte, herbeikommen....
Sein Antlitz erglänzte vor Freude und er rief mit übernatürlicher Stimme:
„Wolfangh, Wolfangh!“
Ses Und dann bedeckte er wieder den Prieſter mit ſeinem eibe.
Bei dem Namen Wolfangh ſchienen die Steine an der Hand der Werfer feſtzuhalten; ſie ſahen einander mit fragenden Blicken an, ob ſie wirklich den Mann ſehen ſollten, der dieſen gefürchteten Namen trug.
Bald kamen etwa zehn Mäuner zu Ludwig, es wa⸗ ren ſeine Freunde, die er am Stadthauſe zurückgelaſſen.
„Wolfangh! Schuermans!“ rief Ludwig, während er den Pater verließ,„ſeht, ſo behandeln ſie den beſten aller Menſchen... einen ſiebenzigjährigen Prieſter!“
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