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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Ein Pfaffe, ein Pfaffe!

In einem Augenblicke war Pater Franziskus von dem Pöbel umringt; der Eine zog ihn an ſeiner Kapuze, der Andere ſpritzte ihm Bier in's Antlitz; aber der Prieſter ging mit niedergeſchlagenen Augen vorwärts und ſchien ſich nicht um all die Gewaltthätigkeiten zu beküämmern; ſein Habit war in Fetzen zerriſſen, das Bier troff an ſei⸗ nen Kleidern hinab.

Ludwigs Antlitz war ſchrecklich. Man konnte deut⸗ lich darauf leſen, welche Wuth ihn verzehrte; ſeine Au⸗ gen rollten, ſeine Zähne knirſchten, er drückte wild die Hand des Prieſters. Doch er erinnerte ſich des em⸗ pfangenen Befehles und bot keinen Widerſtand.

Nach vielen Mißhandlungen gelangten ſie endlich auf den Veemarkt; aber hier wurde ihnen noch ſchlimmer be⸗ gegnet. Eine große Menſchenmenge folgte ihnen. Die Ohren des Prieſters mußten die ſchändlichſten Beſchimpf⸗ ungen vernehmen; Andere warfen mit Koth, ſo daß die Silberhaare des Prieſters ſchändlich beſchmutzt waren.

Schon hatte Ludwig mehrmals gebeten und gerufen:

O Vater, laßt mich ſie umbringen, oder meine Adern zerſpringen noch! Ich kann nicht, kann nicht mehr ruhig bleiben! O um Gottes willen laßt mich Euch rächen und ſterben!

Aber der Prieſter antwortete:

Wie ſchön iſt es, Ludwig, zu leiden um der Treue gegen Gott. Denke an die chriſtlichen Helden der alten Zeiten: ſte wurden gemartert, gebrannt, gequält; aber im ſiedenden Oel, unter den Klauen der Löwen hoͤrte man keine Klage aus ihrem Munde, kein Wort der Rach⸗ ſucht; ſie, baten den Himmel noch um Gnade für ihre Henker. Folgen wir ihrem Beiſpiel, mein Sohn; viel⸗ leicht werden wir heute mit der glänzenden Märtyrerkrone vor dem Herrn erſcheinen!

Bei der Ecke der Zwartſtüſterſtraß, an der Koepoort

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ſtand Schief hüif

Stück flogen Stück Wund Antlitz