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Kommet, die Gottloſen werden Euch mißhandeln, ſie werden Euch ermorden.... Es iſt noch Zeit.Ich werde Euch vertheidigen oder mit Euch ſterben.“ 1
„Ludwig, mein braver Sohn, ſei ruhig... Siehe, die Krone des Märtyrertodes wird mir angeboten;— ſollte ich mich weigern, ſie anzunehmen? Der Herr hat mir ſiebenzig Jahre vergönnt.... ich bin nicht un⸗ dankbar
Der Jüngling hinderte ihn fortzufahren und ſagte:
„Euere Worte ſind heilig, aber ſie ſchmerzen mich tief!— O ſeht meine Thränen, denkt an Gertrud, an Godmaert, Ihr allein könnet uns tröſten. Euer Tod würde Godmaert das Leben koſten, denn nun darf ich es ſagen, Ihr wißt es, er wäre mitſchuldig an Euerm Mord; Euer Blut würde auf ſein Haupt zurückfallen.... Er hat Euere Feinde aufgehetzt.... Wollet Ihr ihm die ewige Strafe auf den Hals laden? Nein, Ihr thut es nicht, Ihr geht mit mir. Ihr ſeid zu edelmüthig, zu gut gegen Euern Nächſten, um ihm dieß Leid anzuthun 2
Während dieſer Worte hatte Ludwig den Prieſter auf⸗ zuſtehen genöthigt und wollte ihn nun aus der Zelle mit ſich fortziehen. Ich werde Dir folgen, ſprach endlich der Pater, aber höre wohl auf dieſe Worte, mein Sohn, denn ich will, daß Du ſie als meinen unumſtoͤßlichen Befehl vollzieheſt... Vielleicht wird man Dich verſpotten und mißhandeln; Du wirſt leiden mit mir ohne Murren, ohne Gegenwehr, was auch geſchehen möge, und nähme man mir das Leben, ſo iſt mein Wille, daß Du nichts thueſt, mich zu vertheidigen oder zu rächen... ich verbiete es Dir. Wirſt Du dazu Muth genug haben?“
„Ja, Vater kommt, ich werde Alles ertragen.“
Sie gingen zur Zellenthüre hinaus unter den Schmä⸗ hungen derjenigen, welche ſich in dem Gange befanden, und kamen bald in das Refectorium, wo ſie durch einen Haufen Betrunkener gehen mußten. Dieſe erhoben ein verwirrtes Gejauchze, ſobald ſie den Prieſter ſahen:


