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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Der Räuber ſchlug bei der Drohung ſeines Haupt⸗ manns die Augen nieder.

„Höret, meine Herren,“ fuhr Godmaert fort.„Seht, was Ihr thun koͤnnt, es ſind noch genug getreue Bürger in der Stadt; wir kennen viele, die gegen die Ketzer ſind. Ruft ſie morgen zum Schutze der Kirchen zuſammen. Schuermans bringe das Volk von Klapdorp mit ſich; de Rydt, Ihr die Brauer der Nieuwſtad; Ludwig, unſre Freunde von Kipdorp; van Halen die Bootsleute der Burgt und ſo fort jeder die Leute, die ihm zugethan ſind. Ihr werdet morgen auf dem großen Markt ſein und den Soldaten helfen, wenn es nöthig iſt. Auf dem Platze ſelbſt werdet Ihr vielleicht beſſere Maßregeln treffen. Dieß iſt das beſte Mittel. Alles wird gut gehen.—“

Godmaert hatte zweimal einen Becher Wein bis auf die Neige geleert, und dieß hatte ihn wunderbar geſtärkt; denn ſeine Wangen waren ſchon mit einem leichten Roth gefärbt. Ludwig freute ſich höͤchlich über die Beſſerung und verließ ihn keinen Augenblick, um alle ſeine Wünſche aus⸗ zuführen.

Nun hörte man die Vorthüre aufgehen und das Nauſchen eines ſeidenen Kleides. Nach einigen Augenblicken lag Gertrud weinend an der Bruſt ihres Vaters.

„Vater, Vater!“ rief ſie.„Nicht wahr, Du wirſt wieder geneſen. O deine Wangen röthen ſich ſchon.— Und deine Arme koͤnnen mich wieder umſchlingen. Laß mich Dich küſſen.“

„Liebes Kind,“ rief er,„Du biſt mir ein Segen des Himmels.“

Die Umſtehenden ſchauten ſchweigend dieſem herzlichen Erguſſe kindlicher Liebe zu. Schuermans und vielen an⸗ deren rollten die Thränen über die Wangen. Wolfangh, der ſich der Belohnung einer Wohlthat freute, hatte ſeine Augen mit der Hand bedeckt,— und ſtand in einer Ecke des Saales.

„Wolfangh, wo ſeid Ihr?“ rief Gertrud durch das

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