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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Haupt⸗

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Zimmer ſehend.„Ach, da ſeid Ihr, Befreier meines Va⸗ ters.— Ich werde für Euch beten...“

Die Augen des Räubers glänzten vor Rührung.

„Ich bin Eurer Dankbarkeit unwürdig, edles Fräu⸗ lein,“ ſprach er.„Doch ſchätze ich mich glücklich, etwas haben thun zu können, was Euch angenehm iſt.— Eure Freude iſt mir eine ſüße Belohnung.“

„Herr Wolfangh, fuhr Gertrud fort,„es ſchmerzt mich, daß ein ſo tapferer Mann wie Ihr...

„Ich verſtehe Euch, Fräulein,“ antwortete der Räuber, „gedenkt meiner in Euren Gebeten!“

Während Gertrud fortfuhr mit Wolfangh zu ſprechen, ſtand die alte Thereſe, die mit dem Fräulein gekommen war, weinend bei ihrem greiſen Herrn.

„Vater!“ ſprach Gertrud,„laß mich Dich nun in Deine Wohnung bringen, damit Du ruhen kannſt,— und morgen wohlgemuth unter meinen Küſſen erwachſt.“

„Meine Herren,“ rief Godmaert,„ich verlaſſe Euch. Macht, daß der heutige Tag keine Greuel ſehe—.. Drückt mir noch einmal die Hand und dann, meine Freunde, Gott befohlen.“

Alle kamen herbei, um ihm ein Lebewohl zu ſagen.

Wolfangh ließ die Tragbahre herbeibringen.

„Männer,“ ſprach er zu ſeinen Kameraden,„man trage den edeln Godmaert in ſeine Wohnung!

„Ihr Alle bleibt als Wache bei ſeinem Hauſe— und werdet mir mit Eurem Leben für Alles ſtehen, was ihm geſchehen kann.

„Ich danke Euch, Herr Wolfangh!“ ſagte Gertrud, ſich vor ihm verbeugend.

Der Greis wurde ſanft von den vier Räubern auf⸗ gehoben und verließ den Saal unter dem Jauchzen ſeiner Freunde.

„Ludwig, alſo um acht Uhr!“ rief Schuermans.

In einem Augenblick war das Zimmer leer; die