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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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die Gaſſe,— in den Keller,— die Wache iſt da,— das Haus iſt umringt von bewaffneten Männern!— Wehe! wehe!“

Die Geuſen blickten Ludwig vorwurfsvoll an, als ob ſie von ihm verrathen worden; keiner von ihnen that, was Mutter Schrikkel ſo ängſtlich angerathen hatte. Im Ge⸗ gentheil ſchaarten ſie ſich alle in einem Halbkreis, zogen ihre Degen und blieben ſtehen mit dem Vorſatze, ſich tapfer zu wehren.

Die Zimmerthüre ging auf,— und ein Mann von

ausnehmender Groͤße und Stärke trat ein. Ein dicker

Knebelbart hing ihm auf beiden Seiten herab. Waffen aller Art hingen an ſeinem Gürtel.

„Wolfangh!“ riefen die Geuſen verwundert, während ſie ihre Degen einſteckten.

„Meine Herren!“ ſprach Wolfangh, ſeinen Hut ab⸗ nehmend,„was ſoll das? wozu die Waffen? kommt her⸗ auf!“ rief er, ſich nach der Treppe wendend. Zwanzig Räuber drangen in den Saal und ſtanden ſo in der Mitte der Geuſen, die ſich mit Abſcheu von ihnen wandten.

Schwere Tritte von Menſchen, welche etwas die Treppe heraufſchleppten, hörte man noch von draußen.

„Was bringt Ihr uns, Wolfangh?“ fragte Ludwig.

„Was ich Euch bringe, Junker?— Godmaert.“

„Godmaert!!...“ riefen ſie alle mit Verwunderung aus.

Vier Männer trugen den greiſen Geuſen auf einem Bette und legten ihn ſanft auf den Boden nieder.

„Freunde,“ ſprach er,„es freut mich, Euch noch⸗ mals zu ſehen.— Wer will mir die Hand drücken?“

Ludwig küßte ſie mit Liebe. Die Geuſen kamen einer nach dem andern, den Greis theilnehmend ans Herz zu drücken. Alle ſchauten ſtillſchweigend auf ihn.

„Wolfangh,“ fragte Schuermans,„wie habt Ihr unſern Meiſter erloͤſt?“

„Meine Herren,“ antwortete der Räuber,„das koſtete

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