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Predigten gewaffnet
dorthin gehen heißen? Habt Ihr nicht durch Euren Wi⸗ derſtand die Befehle des Markgrafen und der Statthal⸗ terin vereitelt? Unter weſſen Schutze läſtern die Ketzer unſre Religion? Unter weſſen Schutz arbeiten ſie? Unter Eurem, meine Herren!— So faſſe ich die Liebe zum Vaterlande nicht. Ich bin überzeugt, daß der alte Glaube die Stütze und der Schutzengel Niederlands bleiben muß, und wer anders denkt, iſt mein Feind..“
Einige der Geuſen ſtanden verwundert und ſprachlos da; die meiſten aber horchten unwillig auf ſeine Rede.
„Der Wind hat ſich ſchnell gedreht!⸗ rief Van der Voort,„geſtern Geuſe, heute Papiſt!“
„Nein, nein,“ rief Ludwig,„ich habe mich nie ver⸗ ändert. Habe ich geſchworen, es mit Euch gegen die Spa⸗ nier zu halten, ſo geſchah es nur unter der Vorausſetzung, daß nichts gegen die Religion geſchehe— und ich hätte dieſen Eid, der mir ſo ſchwer auf dem Herzen gelegen, nicht geleiſtet, hätte ich nicht Godmaerts Wunſch erfüllen wollen. Ihr ſeid es, meine Herren, die ſich verändert ha⸗ ben. Ihr habt dem Glauben Eurer Väter entſagt, um neuen Meinungen anzuhängen.“
„Dieß iſt nicht wahr!“ fiel van Halen ihm in die Rede.„Ich bleibe der wahren Religion getreu.“
„Was werdet Ihr dann morgen thun?“
„Morgen,“ antwortete van Halen, Ludwigs Hand drückend,„werde ich an Eurer Seite ſtreiten.“
Ein allgemeiner Schrei der Entrüſtung lief durch die Reihen der Geuſen:
„Noch ſo ein Feiger! noch ein Verräther! werft die NMarren zur Thüre hinaus! Fort mit den Spaniſchgeſinn⸗ ten!“—
Die ganze Verſammlung war im Aufruhr. Die Dolche blitzten durch den Saal, und die Drohungen wurden im⸗ mer heftiger: als plötzlich Mutter Schrikkel voll Angſt und Zittern in den Saal trat und rief:
„Wehe, wehe, meine Herren; auf den Söller, auf


