Druckschrift 
Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

110

Ihr Blut ſoll vergoſſen werden, um die Schmerzen des Vaterlands und Godmaerts zu rächen. Das iſt feſtgeſetzt.. wir ſind hier nur, um die Mittel zu berathen.“

„Wohlan, meine Herren,“ rief Ludwig mit lauter Stimme,„ich bin hieher gekommen, um zu ſagen, daß ich nicht mit Euch halten werde. Nur damit Ihr mich nicht der Treuloſigkeit beſchuldiget, ſo erkläre ich hier, daß ich mit den Spaniern kämpfen werde, ſobald ſie die Ketzer bekämpfen.“

Dieſe Worte erregten nicht geringes Erſtaunen unter den Geuſen: Feigling, Verräther erſcholl es von allen Seiten. Van Halen allein ſchien ruhig.

„Feigling? wiederholte Ludwig.„Es gehört Muth dazu, Eure Schimpfworte zu erfinden und Eurer Rache zu trotzen. Aber mich treibt die Liebe zum Vaterland und....“

„Euer Vaterland?“ rief ein Geuſe ſpottend,„Euer Vaterland, ſagt lieber, Ihr habt bange vor der Hölle, Junker. Eure Mutter hat Euch die Liebe zum Vaterlande eingegeben!“

Einige lachten über dieſe Worte. Ludwig wurde roth; man konnte ſehen, wie tief ihn dieſe Worte verwundeten; am meiſten wohl, weil der Name ſeiner verſtorbenen Mutter darein gemiſcht wurde. Aber er gedachte bald ſei⸗ ner Abſicht und ſprach ruhig:

„Ja, ich liebe mein Vaterland,— aber nicht, wie Ihr, die Ihr das Vaterland einem Gefühle des Haſſes aufopfert; nicht wie Ihr, die Ihr Euer Vaterland zer⸗ reißen und zu einem Blutbad machen wollt, zum Vor⸗ theile der Ketzerei— der Ketzerei allein, verſteht Ihr mich? Und Ihr täuſcht Euch nicht, es iſt meine Mutter, die mir dies Gefühl eingefloͤßt...“

„Aber Ludwig,“ rief Schuermans,„warum glaubt Ihr, daß wir den Ketzern Vorſchub leiſten?“

„Warum? Seid Ihr nicht täglich bei den Predigten Hermans geweſen? Habt Ihr das Volk nicht gewaffnet

dorthin derſtand terin ve unſre R Eurem, Vaterla die Stü und wer

nier zu

daß nich dieſen C nicht gel wollen.

ben. Ih neuen N

drückend Ein Reihen d „N Narren; ten! 4—

Die blitzten d mer hefti und Zitte

„W