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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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„Gertrud,“ rief er erfreut,„Pater Franziskus bleibt bei Eurem Vater!“

Das Mädchen küßte dankbar des Paters Hände.

„Beruhige Dich, Mädchen,“ ſprach der Geiſttliche, ſeine Hand zurückziehend,„geht wohlgemuth nach Hauſe. Vertraut auf ihn, der den Unglücklichen Troſt und Freude ſchenken kann.— Bittet Gott, Jungfrau, und weint nicht mehr.“

Sie mußte nun, trotz ihrer Bitten, den Kerker ver⸗ laſſen. Nachdem ſie ihren Vater lange geküßt und um⸗ armt, ging ſie mit dem ſinnenden Jüngling fort.

Sobald er das Mädchen nach Hauſe gebracht, nahm er Abſchied, um in die Geuſenverſammlung zu gehen.

VIII.

Vos enim in liberiatem vocati ehis, fratres; tan- tum ne libertatem in occasionem detis cumis.. Manifesta sum opera carnis: quae sunt. idolorum servitus, veneflcia, inimicitiae, comtentio- nes, irae, rixae, dissentiones, sectue....

Gal. cap. V, 13. 19 et 20.

Es war ein Uhr nach Mitternacht. Obwohl es in einigen Straßen ausnehmend dunkel war, weil die Lichter bei den Heiligenbildern bereits ihr Oel verzehrt hatten, war es doch in Antwerpen nicht ſo ſtill, als gewöhnlich um dieſe Stunde. Durch die ganze Stadt zog ſich, wie ein Nebel, verwirrtes Gemurmel, das einem brauſenden See gleich, die Ohren mit ſeinem unheimlichen Geſumme er⸗ füllte. Dazu noch das Bellen der Hunde, die widerhal⸗ ſenden Schritte der Soldaten, das eintoͤnige Rufen der