Druckschrift 
Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2 Mäd⸗ be und h noch „ſterbe erleben. Nuth!“ Schau⸗ r Ecke falteten

„o Du n ſah. werde rd im⸗ id, ſei Ster⸗ ht ent⸗ Mein aufen.“ „Und verlaſſe Kälte ; nicht erben? ſt mir

Ludwig

Furcht

n dieſe m lä⸗

noch⸗ t, will

ich Dich als Beſchützer meiner Tochter ſegnen. Tritt näher!“

Ludwig ſetzte ſich neben der knieenden Gertrud nieder. Der Prieſter, durch dieſen feierlichen Auftritt erbaut, be⸗ tete noch inniger für die geliebten Kinder.

„Ludwig,“ ſprach der Greis,„ich gebe Dir meine Gertrud, als den Lohn Deiner Liebe für ſie,— und für das Vaterland, welche ſo heftig in Deiner Seele brennt. Gertrud, ſei Deinem Manne getreu, liebe ihn. Ich bitte den Allmächtigen, daß er ſeinen Segen zu dem meinen füge. Ludwig, hoͤre auf mein Wort:— ich habe Dich gezwungen, den Namen eines Geuſen anzunehmen, ich habe Dich mit Menſchen zuſammengebracht, deren Gefühle nicht die Deinen waren. Du haſt mir gehorcht, obwohl Du in Deinem Innern die Sache verachtet, für die ich Dich arbeiten ließ... Aber an dem Grabe iſt mir die Binde von den Augen gefallen; ich glaubte, wir vertheidi⸗ gen unſer Vaterland,— nein, wir vertheidigen die Ketze⸗ reien und Kirchenplündereien. Von nun an ſind meine Befehle aufgehoben, vielleicht iſt es noch Zeit, den Glau⸗ ben, den wir in Gefahr gebracht, zu retten. Thue fortan, wie Dir Dein gerades und gottesfürchtiges Herz be⸗ ſiehlt.“

Der Junker dankte freudig, und ſagte endlich:

„Aber Godmaert, wie nun die Folgen unſeres eignen Werkes aufhalten? Unſere Eidesgenoſſen wollen morgen ſchon die Revolution beginnen;— ſie kommen um Mit⸗ ternacht zu dieſem Ende zuſammen.“

„Morgen, es kann nicht ſein!— Morgen will auch Herman Stuyk in der Hauptkirche predigen. Verſäume nicht, mein Sohn, in die Verſammlung zu gehen. — Mache ihnen klar, daß die Revolution vertagt werden muß, daß ſie die Religion gefährden... Ich weiß, daß Dein Herz Dich in dieſer Sache zum Wohl⸗ redner machen wird. Steht auf, meine Kinder, ich fühle mich durch Eure Gegenwart wunderbar geſtärkt.“