40²
Sie verließ die Kammer und kam bald zurück mit Thereſen, die dem Prieſter Speiſe und Trank vorſetzte.
Indeſſen ordnete Gertrud ihre Kleider, und wartete, bis Pater Franziskus aufſtehend zu ihr und Ludwig ſprach:
„Kommt nun, meine Kinder, und mäßigt Eure Trauer. Vergrößert das Leiden Eures Vaters nicht zu ſehr durch Euren eignen Schmerz.“
Sie verließen dann ihre Wohnung, und begaben ſich ſchweigend durch die dunkeln Straßen der Stadt bis zum Steen. Der Mond trat in dieſem Augenblick hinter einer Wolke hervor, und erleuchtete den dunkeln Giebel des Gefängniſſes. Bei dem Anblick dieſer hohen Mauern und der eiſernen Gitter, blieb Gertrud plötzlich ſtehen und ging keinen Schritt weiter.
Der Prieſter klopfte; ein Kopf erſchien vor dem Guckfenſter— und die Pforte ging ächzend auf.
Welcher Schrecken, welche Angſt bemächtigte ſich der bangen Gertrud, während ſie durch die düſteren und kalten Gänge, wie durch ein Labyrinth gehen mußte. Von Zeit zu Zeit hörte ſie einen Gefangenen mit ſeinen Ketten raſſeln und ächzen, und jedesmal glaubte ſie vor dem Ker⸗ ker ihres Vaters zu ſtehen.
Endlich hielt der Steenwärter vor einer ſchweren Thüre, die mit eiſernen Platten beſchlagen war— und er drehte den Schlüſſel dreimal.
Das Herz des gefolterten Mädchens pochte heftig; ſchon lief ihr eine Thräne über die Wangen und die Thüre war noch nicht offen.
„Vater,“ rief ſie,„hier bin ich, Dein Kind, Deine liebe Gertrud.“
Ein tiefer Seufzer antwortete ihr. Ludwig, der wohl einſah, daß der Anblick ihres Vaters ihr nur neuen Schmerz bringen würde, ſuchte ſie zu beruhigen. Doch das Mädchen ſchob in ihrer Aufgeregtheit die letzten Rie⸗ gel ſelbſt zurück...
die U fange Lamp ſenden
Einge des 6 nieder
hoͤrt,
breche daß
Stim ihm
Stro des( fühlte
unters Kiſſen
1 Dir leicht


