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eilte er nach der Keizerſtraet, um ſeine betrübten Kinder zu holen.
Schon lange ſtanden ſie an der Thüre ihres Hauſes und warteten mit klopfendem Herzen auf ſeine Rückkehr; kaum hatten ſie ihn erblickt, als ſie ihm mit freudigem Willkomm entgegeneilten.
„Nun, guter Pater Franziskus,“ rief Gertrud,„was bringt Ihr uns Neues?“ Sie bebte bei dieſer Frage, obwohl ihr der ruhige Ausdruck auf des Prieſters Geſicht, ein gutes Zeichen ſchien.
„Meine Kinder,“ antwortete er,„der Herr hat ſeine Hand über Euren Vater ausgeſtreckt— er hat ſchreckliche Schmerzen ausgeſtanden, aber ſeid guten Muthes, er wird geneſen, wir dürfen es hoffen!“
Gertrud weinte.
„Ihr verbergt mir Etwas,“ rief das Mädchen ängſt⸗ lich,„Ihr dürft mir Etwas nicht ſagen!“
„Sei ruhig, mein Kind,“ erwiederte der Prieſter, „quäle Dich nicht ſelbſt. Dein Vater lebt;— Du darfſt 9 beſuchen und tröſten,— ich bin gekommen, Dich zu olen.“
Nun glänzte zwiſchen ihren Thränen die Freudez ſie ſprang auf, ergriff ihre Kapuze, warf ſie ſich über den Kopf und rief:
„Kommt ſchnell, ich bin bereit!“
Der Prieſter ſtand nicht auf von dem Stuhle, in welchem er ſich niedergelaſſen.
„Meine Kinder,“ ſprach er,„vergönnt mir einen Augenblick der Ruhe. Meine ſiebenzig Jahre täuſchen mich nicht mehr über die Kraft meines Körpers... ich habe Hunger und Durſt.“
Gertrud erſchrack nicht wenig, als ſie das blaſſe Ge⸗ ſicht des Prieſters anſah.
„Vergebt mir, guter Vater,“ ſagte ſie,„ich ſehe, daß Ihr ermüdet ſeid... ruht und eßt.. ich werde meine Ungeduld bezwingen,“


