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Der Prieſter rief vor Freude außer ſich:
„Gerettet, gerettet. O Godmaert, mein geliebter Bruder, nun könnt Ihr ſterben, wenn Euch der Herr ge⸗ rufen hat, Euer Leben war rein von allen Miſſethaten. Eure Seele darf nun mit Vertrauen vor dem Richter erſcheinen— und hoffen wir es, Freund, einſt ſehen wir einander wieder in Gottes Schooße.“
Unter ſolchen Worten bemerkte der Prieſter mit Freude, daß ſein Freund immer mehr an Kräften zunahm und endlich wieder ganz erſtarkte. Sie ſprachen nun von Gertrud und Ludwig.— Godmaert empfing demüthigen Herzens die Ermahnungen des Prieſters.
Nach Verlauf einiger Stunden ſtand der Prieſter auf und klopfte zu wiederholten Malen an die Thüre des Kerkers. Bald wurde dieſelbe von dem Gefangenwärter geſchloſſen.
„Welche Stunde iſt es?“ fragte Pater Franziskus.
„Beinahe neun Uhr,“ war die Antwort.
„Koͤnnt Ihr niemand zu dem Gefangenen kommen laſſen?— Er iſt ſo krank— und ich muß ihn verlaſſen.“
„Ja, Pater, ich werde meinen Knecht rufen.“
Der Gefangenwärter verließ den Kerker und ſchloß die Thüre.
„Habt Muth, mein Freund,“ ſprach der Prieſter zu Godmaert. Ich gehe zu dem Oberrichter, der nun von Brüſſel zuruck ſein muß.— Ich werde verſuchen, Euer Loos etwas zu erleichtern;— und in einer Stunde werde ich mit Euren Kindern zurück ſein. Der Oberrichter wird mir wenigſtens dies gewähren.“
Der Gefangenwärter kam zurück mit ſeinem Knechte und der Prieſter verließ den Kerker, um den Oberrichter aufzuſuchen.
Er wurde von demſelben wahl aufgenommen, konnte aber von ihm nicht mehr als die Erlaubniß erhal⸗ ten, Gertrud und Ludwig zu Godmaert zu bringen. Dann
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