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„Vater,“ ſprach dieſer, hich danke Euch herzlich, daß Ihr mich ſo weit begleitet habt, und bitte Euch, zurückzukehren, um Eure Frau und Kinder, die für Euer Leben beſorgt ſind, nicht länger zu ängſtigen.— In ein paar Stunden ſollt Ihr mich, ſo Gott will, wiederſehen.“ Er drückte dem Haidebewohner die Hand und dieſer blieb mit Thränen in den Augen ſtehen, bis Ludwig zwiſchen den Bäumen verſchwand.
Einer der Räuber hatte das Pferd ergriffen und zog es durch Umwege fort. Der andere verſuchte, ſo viel mölich, höflich gegen ihn zu ſein, und mit Ludwig ein Geſpräch anzuknüpfen; aber dieſer, mit Verachtung auf ihn herabſehend, antwortete nur kurz.
„Es wird in Kurzem erwas geſchehen, he! Herr? In der Stadt gibts Aufruhr— da wird für uns was zu machen ſein!“
„Das weiß ich nicht!“ murmelte Ludwig.
„Ich wohl,“ erwiederte der Räuber, unſer Meiſter hat uns geſagt, daß wir genug plündern könnten, um unſerem luſtigen Geſchäfte ein Ende zu machen, und wie Herren vom Geraubten zu leben.“
„Wo wollt Ihr das Alles rauben?“ fragte Ludwig traurig.
„In Unſerliebfrauenkirche allein iſt genug, um unſre Bande reich zu machen.“
Der Jüngling ließ einen ſtolzen Blick auf den Räu⸗ ber fallen und rief zornig:
„Wie dürft Ihr den ſchändlichen Vorſatz faſſen, Got⸗ tes Tempel zu berauben.“
„Wir haben ihn nicht gefaßt,“ fiel der Räuber ein, „Die Leute haben uns davon geſprochen, und ich weiß gewiß, daß in dem Brief nichts Anderes ſteht, als daß wir an jenem Tage thun dürften, was wir wollen.“
Ludwig antwortete nicht auf des Räubers Verweis; er ſeufzte wehmüthig bei dem Gedanken an das, was dem Vaterlande drohte. Nach einer ſtarken halben Stunde


