„Nicht wahr, Vater, Ihr verſchmäht meine Gabe nicht?“ fragte Ludwig.
„Gott ſende über Euch, edelmüthiger junger Mann, und über die, die Euer Loos theilen wird, den ewigen Segen, den er den Barmherzigen verſprochen hat!... rief der Vater entzückt aus.
Und die Frau lag weinend vor Ludwig auf den Knieen.
„Für Euch, Wohlthäter meiner Kinder,“ rief ſie, auf das Liebfrauenbild zeigend,„für Euch will ich ewig, ewig bitten. — Und die Betbank ſoll unter mir zerbrechen, eh' ich Euch, der uns ein Engel des Troſtes war, vergeſſe!...“ Ihre Thränen floſſen uber Ludwigs Hand. Dieſer gebot ihr vergebens, aufzuſtehen.
„Laßt mich, lieber Junker,“ ſeufzte ſie,„vor Euch
weinen.— Mein Herz iſt zu voll von Dankbarkeit und Liebe.— Ich bitte Euch, mich die Schuld für meine Kin⸗ der bezahlen zu laſſen:— entzieht mir Eure Hand nicht,
Junker; Gott ſieht meine Freudenthränen und wird ſie Euch vergelten....“
Ludwig, der ſich dieſer feurigen Verehrung entziehen wollte, ſtand von ſeinem Stuhle auf und warf das Geld in ein Toͤpfchen, das auf dem Kaſten ſtand. Mit vieler Muhe hatte er die freudigen Eltern zur Ruhe gebracht. Er ſetzte ſich, zufrieden mit ſeiner That, bei dem krachen⸗ den Feuer nieder.
„Sagt mir,“ fragte er, als er ſah, daß es nur wenig mehr regnete; wo iſt der Zoerſelwald?“
„Der Zoerſelwald!— der Zoerſelwald!“ rief der Landmann verwundert, als ob er ihn nicht verſtände, „wollt' Ihr dahin?“
„Und heute noch muß ich dorthin kommen,“ antwor⸗ tete der Junker.
Der erſchrockene Mann legte ihm die Hand auf die Schulter, um ſeinen Worten mehr Nachdruck zu geben.
„Junker,“ ſprach er,„der Tod wartet Eurer in dem Zoerſelwald!“
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