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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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eine Hütte vor ſich ſtehen und beeilte ſich ſo ſehr er konnte, dieſelbe zu erreichen.

„Wer klopft da?“ wurde ängſtlich gefragt.

„Ein Reiſender, der Euch bittet, ihn vor dem Unwet⸗ ter zu beſchützen,“ antwortete Ludwig.

Auf des Jünglings ſanfte Stimme hin beruhigten ſich die Bewohner der Hütte wieder und die Thüre wurde geöffnet.

„Willkommen, mein Herr,“ ſprach ein Mann, deſſen Rücken ſich unter der Arbeit gekrümmt hatte.„Tretet ein!“

Ludwig, ſein Pferd dem Landmann überlaſſend, trat in die ärmliche Wohnung. Die Hausmutter kniete vor einem Liebfrauenbild und betete mit ihren vier Kindern.

„Sähen die Verirrten, welch' heilſamen Troſt dieſe Menſchen in dem Bilde finden, ſie würden von ihrem Un⸗ ternehmen abſtehen.“

Der Landmann hatte das Pferd unter einen Dach⸗ vorſprung geſtellt und verfügte ſich wieder zu ſeinem Gaſte.

„Es iſt ein ſchlimmes Wetter, Herr!“ ſprach er höͤflich.

„Ja, Vater,“ antwortete der Junker,„ich ſchätze mich dlih, ſo freundlich von Euch aufgenommen worden zu ſein.“

Inzwiſchen ſetzte der Heidebewohner Brot und Butter auf den Tiſch.

„Mein Herr,“ begann er wieder,„dieß iſt Alles, was wir beſttzen; wenn es Euch beliebt, etwas davon zu eſſen, — ſo ſoll's mich ſehr freuen.“

Der Jüngling verwunderte ſich ſelbſt über dieſe Freundlichkeit.

„Vater,“ antwortete er mit dankbarem Lächeln; die Kempenlanden ſind berühmt um der Liebe willen, die ſie dem Fremdling erweiſen. Ich kann auch nicht unterlaſſen, Euch um Eurer Zuvorkommenheit willen zu preiſen,