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„Der Alte iſt toll!“ rief der Wirth lachend.
Ludwig und ſein Kamerad ſtiegen bald zu Pferd und gingen zwiſchen dem Volke, durch das Kipdorpthor. Nach⸗ dem ſie die Vorſtadt Burgerhout mit verdoppelter Eile durchſchritten hatten, kamen ſie endlich dahin, wo die Predigt gehalten werden ſollte.
Dieſer Platz hieß damals der Luisbekelar. Es war ein großes Stück Land, einem Dreiecke gleich, deſſen längſte Seite von dem Herenthalſchen Kanal beſpült wurde. Hier waren Tauſende von Menſchen verſammelt. Alle, außer Frauen und Kinder, waren bewaffnet. Viele lagen am Ufer des Kanals und wärmten ſich in der Morgenſonne, andre zu Pferd ritten das Feld auf und ab. In der Mitte ſtand ein dichter Haufe Menſchen, welche Lobpſalmen ſangen. Die Meiſten der Männer hatten die Geuſenſchüſſel auf ihren Kleidern; viele trugen die goldene Medaille mit dem Bettelacke als Vereinigungszeichen an dem Halſe.
Schuermans entdeckte Manchen ſeiner Freunde unter ihnen. Nachdem der Geſang zu Ende, ging er ihnen ent⸗ gegen.„Alles iſt gut,“ raunte ihm Van der Vort ins Ohr,„es wurde ein Geſetz verleſen, nicht mehr ge⸗ waffnet bei den Predigten zu erſcheinen,— und nun hat das Volk gegen das Gebot, in großer Anzahl und beſſer gewaffnet, die Wache zum Schweigen gezwungen.“
„Laß die Spanier nur machen,“ antwortete Schuer⸗ mand,„ſie führen ihre eigne Schande und ihr Verderben herbei.“
Herman Stuyk, der Prediger, beſtieg einen Hügel, der aufgeworfen und mit Brettern umzäunt war. Alle Gewehre wurden zugleich abgeſchoſſen, um das Volk zur Ruhe zu bringen. Zu gleicher Zeit predigten verſchiedene Lehrer von der Brüſtung der Umzäunung.
Eine Todtenſtille herrſchte unter dem Volke, es horchte gierig auf die Worte, welche gegen die Spanier gerichtet waren.


