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ter Ludwig. Auch er ſaß ſchweigend und ehrerbietig da. Die Gegenwart eines Mannes, der ſich am andern Ende des Tiſches befand, und deſſen Blicke ihm eiskalt auf's Herz fielen, hielt ihn von einem Geſpräch mit Gertrud urück.
1 Es war Valdeès, der die Geliebten mit ſo finſterem Blicke betrachtete, ein vornehmer ſpaniſcher Edelmann, der viel bei der Statthalterin galt. Er war immer von Godmaert freundlich aufgenommen worden; denn es war ſehr gefährlich, ſich den Haß dieſes Spaniers auf den Hals zu laden. Ein ſammtner Mantel, deſſen Kragen mit Gold geſtickt war, bedeckte ſeine Schultern. Sein Dolch war reich mit Steinen beſetzt, und hing ihm als glänzende Zierrath um den Hals.
Immer hatte Valdes Neigung und Liebe zu Gertrud gezeigt; aber ſtets ward er wieder abgewieſen. Darum achtete er neugierig auf den Junker und verſtand die Sprache der Geliebten untereinander.—
Weder Ludwig noch Gertrud waren des Sxpaniers Freunde. Godmaert allein war es aus politiſchen Grün⸗ den. So herrſchte anfangs eine große Stille in dem Saale.— Godmaert wollte ſeinem läſtigen Genoſſen einige nützliche Aufflärungen entlocken und begann das Geſpräch:
„Nun, Herr Valdeès, was ſagt Ihr zu den Sachen? werden die Unruhen bald geſtillt ſein?
„Ich weiß es nicht, Herr Godmaert,“ antwortete der Spanier,„doch wäre ich der König Philipp, ſo würde ich bald mit dem Pöbel und den wenigen Edeln fertig!“
„Glaubt Ihr das, Valdés?“ begann der Geuſe wieder mit ſpottiſchem Lächeln, wißt Ihr denn nicht, daß das vlämiſche Volk nur mit Gewalt unterjocht werden kann? — Mag Euer Koͤnig auch alle ſeine Soldaten nach der Reihe in die Niederlande ſenden, mag er alle Einwoehner nach Gelüſten hinmetzeln, unſer Vaterland würde ihm noch Feinde aus dem Grabe entgegenſtellen.“


