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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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iſt in dem Bücherſaale. O, was bin ich erfreut, daß Ihr gekommen ſeid; kommt.

Der Prieſter betrachtete das junge Mädchen mit väterlicher Liebe und ſtand, von ihr unterſtützt, von ſeinem Seſſel auf, reichte Godmaert die Hand und ſprach:

Ich gehe mich zu erholen mit meinen guten Kindern; vergeßt, mein Sohn, nicht meine Worte.

Von dem Mädchen begleitet, ging er wankenden Schrit⸗ tes aus dem Zimmer.

Godmaert lehnte ſich zurück in den Seſſel und ſprach, die Hand an ſeiner Stirne:

Ja, ich muß den Glauben vertheidigen, und die Tempel beſchützen, aber die Spanier werde ich nicht ver⸗ ſchonen. Nein, nein, ich muß mich rächen, und mein Vaterland von ihnen erlöſen. Die Ehre gebietet es: ein Kriegsmann, wie ich, darf ſich nicht ungeſtraft von ihnen höhnen laſſen...

Seine Stimme wurde immer leiſer. Seine Lippen bewegten ſich zwar noch, und er ſprach ſichtlich mit ſich 4 aber ſeine Worte konnte man nicht mehr ver⸗

ehen.

Eine Stunde ſpäter wurde ihm angekündigt, daß das Mittagsmahl in dem Speiſezimmer aufgetragen ſei: er an auf, begab ſich dorthin und ſetzte ſich oben an die

afel.

Neben ihm ſaß ſeine liebe und einzige Tochter Ger⸗ trud, wahrlich ein köſtlicher Juwel ihres Geſchlechtes. Schönere Geſichtszüge, einen edleren Ausdruck, ſittſamere Haltung konnte man bei keinem Mädchen ſehen. Ihr Haar ſchmiegte ſich herabhängend an die roſenfarbigen Wangen, und bildete aus ihrem Geſichte ein ſo ſchoͤnes Oval, als je ein Künſtler es malen kann.

Ein liebliches Lächeln ſchwebte um ihre Lippen, und ihre Augen waren mit einem Feuer, deſſen ſie ſich nicht zu ſchämen brauchte, auf einen Jüngling gerichtet, der ihr gegenüber ſaß. Dieſer Jüngling war ihr gelieb⸗

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