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iſt möglich, daß ſich Pater Franziskus, der ſich nie um weltliche Dinge bekümmert, ſich über unſer Betragen und unſere Zwecke täuſcht. So biſt auch Du gegenwär⸗ tig über uns im Irrthum. Wir wollen nur gegen die Feinde unſeres Vaterlandes ſtreiten. Du ſollſt und mußt uns helfen.— Es iſt mein Wille. Gib den Worten ei⸗ nes Mannes Gehör, der älter iſt, als Du, und der von Deinem Vater die Vollmacht empfing, über Dein Schick⸗ ſal zu entſcheiden.“
Ludwig ließ traurig das Haupt auf die Bruſt hän⸗ gen und antwortete ſeufzend:
„Es iſt wahr, ich tauſche mich vielleicht. Wohlan, was gebietet Ihr 2
„Trink auf der Geuſen Geſundheit!“
Der Jüngling nahm den Becher, ſchlug die Augen zum Himmel und rief:
„O mein Gott, vergib mir die Sünde, wenn ich eine begehe.— Auf der Geuſen Geſundheit!“
Alle, ſelbſt Godmaert, jauchzten vor Freude, als ob ſie über einen Feind triumphirt hätten. Hie und da ſchlug einer über Ludwigs Aengſtlichkeit eine Lache auf. Van⸗ Halen allein blieb ernſt. Die Worte Ludwigs hatten Ein⸗ druck auf ihn gemacht und ihn in tiefes Nachdenken verſenkt.
„Meine Herren,“ rief er,„lacht nicht über die Worte des Junkers. Er allein fieht vielleicht die Sachen, wie ſind.“
Godmaert hielt dieſen Wortwechſel ſehr nachtheilig für ſeine Abſichten, und ſiel Van Halen in die Rede mit den Worten:
„Wer von Euch, meine Herren, wünſcht noch länger unter der Herrſchaft der Spanier zu bleiben?— Nie⸗ mand? Warum dann geſtritten über bloße Anſichten? Laßt Ludwig bei ſeinem Gedanken— er iſt löblich. Er wird uns helfen in der Befreiung des Vaterlandes— fürchtet ihn nicht. Denn er iſt ein rechtſchaffener, ein ehr⸗ licher Edelmann.“


