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Nun erzählte Van der Voort ihm den ganzen Vorgang, welchen Godmaert, nicht ohne vor Zorn und tiefer Weh⸗ muth zu zittern, anhoͤrte. Nachdem ſeine Augen lange auf dem niedergeſchlagenen Ludwig geruht, wandte er ſich zu dem Verwundeten und rief mit donnernder Stimme:
„Schuermans!!“
Dieſer von ſeinem Freund und Meiſter gerufen, öff⸗ nete die Augen, als ob er aus einem langen Schlaf er⸗ wachte.
„Schuermanns, warum habt Ihr meine Gebote nicht befolgt? ich ſehe mit Schrecken, daß Wenige von Euch den wahren Weg wiſſen, um das Ziel zu erreichen, das wir uns vorgeſetzt. Warum habt ihr den jungen Ludwig gehöhnt?“
Schuermans, der nun durch den Blutverluſt nüch⸗ tern geworden war, ſammelte ſeine Gedankeu und antwor⸗ tete mit ſchwacher, aber klarer Stimme:
„Das Trinken hat mein Blut erhitzt, Godmaert. Darin hatte ich Unrecht, daß ich gegen Eure Befehle den Junker nicht in ſeiner Ecke träumen ließ. Ich vergebe ihm gerne die Wunde, die er mir beigebracht— und die, Gott ſei gelobt, nicht tödtlich iſt— doch ich ſchwoͤre, daß ſo lange Ludwig nicht auf der Geuſen Geſundheit trinkt, ich ihn als Spanſchen anſehen und ihn darum auch nicht in unſerer Geſellſchaft dulden werde.“
„Ludwig! Ludwig!“ rief Godmaert, weißt Du nicht, ruchloſer Jüngling, daß man für das Vaterland ſeiner Eigenliebe und ſeinen perſönlichen Gefühlen entſagen muß?— Komm zum Tiſche und leere dieſen Becher.“
Er reichte Ludwig das Trinkgefäß, der zitternd dafür dankte.
„Nun,“ ſprach der Junker,„auf aller Vaterlands⸗ freunde Geſundheit,“ und wollte trinken. Aber Godmaert hielt ſeinen Arm mit ſolcher Gewalt zurück, daß der Wein aus dem Becher uͤber die ſchönen Kleider des jun⸗ gen Mannes floß.


