Krüge rollten von dem Tiſche; die Stühle waren umge⸗ worfen;— eine ſolche Verwirrung herrſchte im Zimmer, daß der Eine den Andern nicht mehr verſtand.
Das alte Weib ſchrie unter bitteren Thränen, die Waffenbrüder der Wache ſeien da. Sie ſprach von Ge⸗ fangniß und Galgen, doch Alles vergebens.
Schuermans wollte mit Gewalt den jungen Mann umbringen; doch dieſer ſich in Lebensgefahr ſehend, zog ſeinen Degen aus der Scheide.
Auf einmal flog ein Blutſtrahl gegen die Wand und der unglückliche Schuermans fiel ohnmächtig zu Boden.
Ludwig hatte die Spitze ſeines Degens aus der Bunde gezogen und blickte niedergeſchlagen auf die Erde.
Schuermans wurde mit ſorgender Theilnahme ſeiner Kleider entledigt und ſo viel man konnte das Blut ſeiner Wunde geſtillt, als plötzlich dreimal an der Thüre ge⸗ klopft wurde.
„O Gott!“ rief das alte Weib,„da ſind ſie!“
„Wer?“ fragte De Rydt.
„Nun, die Waffenbrüder!“ antwortete Mutter Schrikkel.
„Haltet Euch ruhig,“ ſagte Konrad,„ich will nach⸗
ſehen.— Wer iſt da?“ rief er an der Thüre. „Dolch und Bettelſack,“ antwortete eine ſchwere Män⸗ nerſtimme.— Und der greiſe Gomaert trat nach einigen
Augenblicken in das Zimmer. Verwundert blieb er am Eingang ſtehen und ſtarrte mit ſchmerzlichem Blicke auf den bewegungsloſen Körper des verwundeten Schuermans.
„Was geht hier vor? fragte er mit ernſtem Tone. „Habt Ihr den Eid vergeſſen, einander treu zu ſein bis in den Tod, und Euere Dolche nur in ſpan'ſches Blut zu tauchen? Weh' dem, der gegen ſeinen Eid Geuſenblut vergoſſen!“
Alle ſchwiegen ſtill und ſtanden tief bewegt vor dem Greiſe, den ſie zu ihrem Haupt erkohren..
„Wer hat dieſe ruchloſe That begangen?“ fragte er.
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