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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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ausgegraben war; all' dieß zum Zeichen daß ſie Geuſen waren, obgleich ihnen der Name aus Spott gegeben wurde. Vor ihnen ſtanden zinnerne Töpfe auf dem Tiſche; nicht ſo koſtbar waren die Trinkgefäſſe, da ſie Alle aus hölzernen Krügen tranken.

Ein ſchöner junger Edelmann hatte ſich von der ſchmauſenden Geſellſchaft entfernt und ſaß in tiefe Träu⸗ merei verſunken, das Haupt in der Hand geſtützt, an der Wand.

Seine Geſichtszüge waren rein und ernſt. Er war groß und ſchöne blonde Locken wallten leicht um ſeine Schultern. Er hatte weder Mantel noch Dolch oder ſonſt ein Zeichen der Geuſen. Während dieſe graue Unterkleider trugen, war der Junker in Sammt und Seide koſtbar ge⸗ kleidet. Seine linke Hand ruhte ſchwer auf dem vergol⸗ deten Handgriffe eines langen Degens, deſſen Klinge ſich unter ſeinem Drucke bog. Bei Konrads Eintreten flogen ſeine Blicke über die Geſellſchaft hin. Ein verächtliches Lächeln faltete ſeine glatte Stirne und das Wort:Ver⸗ irrte! fiel murrend von ſeinen Lippen.

Seid gegrüßt! Houtappel, Van Halen, Schuermans, de Rydt, Van der Voort, und ihr alle Brüder! rief Konrad ſich an der Tafel niederſetzend.Willkommen, willkommen, riefen die Andern, während die Krüge ge⸗ leert wurden.

Wo biſt Du, alte Seelenverkäuferin? rief Van der Voort.

Hier, hier! antwortete das ſchmutzige Weib,ſoll ich den Herren noch einige Krüge bringen?

Nur herbei, war die Antwort,die Geuſen allein könnten die Schelde leer trinken, wäre ihr Waſſer nur von ſo gutem Geſchmack, als der getaufte Wein von Mutter Schrikkel!

Getauft, getauft! äffte das alte Weib mit trotzigem Ausdruck nach und verließ das Zimmer.

Aber ſagt mir, Van Halen, fragte Konrad, auf den

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