nem Freunde durch, klopfte ihm auf die Schulter und fragte:
„Was gibt es Neues hier, Meiſter Jan, daß das Volk hier haufenweiſe ſteht? Ich höre dahinten ſagen, Fräulein Van de Werve wolle nach Italien abrei⸗ fen....
„Ah, Baas Stephen!“ fiel ihm der Andere in's Wort,„Frau Geronimo Deodati müßt Ihr ſie nennen.“
„Iſt ſie denn verheirathet? Das Lied von Simon Turchi, welches ich letzten Freitag ſingen hörte, ſpricht von einem zarten, ſchönen Mägdlein.“
„Man ſollte glauben, Baas Stephen, unſer Dorf liege am andern Ende der Welt. Jedermann in Ant⸗ werpen, bis auf die Kinder herab, hat dieſe glück⸗ liche Hochzeit geſegnet und gefeiert, als einen klaren Beweis von Gottes Gerechtigkeit....“
„Allerdings, Freund Jan, ſo wie das Klagelied von Simon Turchi ſagt, hat der Herr dort oben in dieſer Sache ſichtbarlich die Tugend gerochen und die Miſſethat geſtraft. Der Mörder ſtirbt des ſchreck⸗ lichſten Todes, und ſein Schlachtopfer wird der Bräu⸗ tigam der edelſten und reichſten Jungfrau, welche in der ganzen Graſſchaft zu finden iſt.... Kennt ihr ſie, Meiſter Jan?“
„Ob ich ſie kenne? Sie kommt täglich zweimal an meiner Thüre vorbei, um zur Kirche zu gehen. Ich liefere Brod in ihr Haus und habe wohl zu⸗ weilen mit der freundlichen Jungfrau geſprochen.“
„Ich möchte ſie gleichfalls einmal ſehen,“ ſeufzte der Alte,„aber ich habe keine Zeit zu warten, ſonſt komme ich dort auf dem Großen Markt zu ſpät.“


