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Simon Turchi oder Die Italiener in Antwerpen (1550) : historische Erzählung aus dem sechzehnten Jahrhundert / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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Dankgebet

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de Werve

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ſtand eine dichte Schaar Bürger, die auf Etwas zu harren ſchienen und mit ungeduldigem Verlangen in das offene Hofthor ſchauten. Aus einem Gefühl von Ehrerbietung hielten ſie ſich jedoch ſehr ſtill und zu⸗ rückgezogen, ſprachen nur mit gedämpfter Stimme über das, was geſchehen ſollte, und machten von ſelbſt Platz, ſobald ein Edelmann oder ſonſt eine vornehme Perſon ankam, um ſich in das Haus hin⸗ ein zu begeben.

Der Zweck, welcher die unzählbaren Fußgänger nach der Mitte der Stadt rief, mußte ein ſehr ge⸗ wichtiger ſein; denn die Meiſten unterbrachen ihren ſchnellen Schritt nicht und wandten ſelbſt den Kopf nicht um. Andere näherten ſich dem Volkshaufen; hatten ſie jedoch auf ihre Frage zur Antwort be⸗ kommen,Fräulein Van de Werve ſei im Begriff, nach Italien abzureiſen, ſo ſetzten ſie ihren Marſch fort, als wäre ihnen der Anblick dieſer Abreiſe nicht belangreich genug, um einen guten Platz bei einem andern größern Schauſpiel daran zu wagen.

Viele blieben jedoch ſtehen und ſuchten noch ge⸗ nauer zu vernehmen, was der wirkliche Grund von dem Zuſammenlauf des Volks auf dieſem Platze war.

Ein alter grauer Bauer erkannte, nachdem er einige Zeit vergeblich auf das, was die Bürger ein⸗ ander erzählten, gehorcht hatte, zwiſchen der Menge einen Mann von ſeinem Dorfe, der ſeit ein paar Jahren in der Stadt bei der Jakobskirche wohnte und demzufolge beſſer als die Andern wiſſen mußte, was in dem Hauſe des Herrn Van de Werve vor ſich ging.

Er drängte ſich mit vorſichtiger Gewalt zu ſei⸗

Conſcience, Simon Turchi. 20

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