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Simon Turchi oder Die Italiener in Antwerpen (1550) : historische Erzählung aus dem sechzehnten Jahrhundert / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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Lang, ſehr lang rauſchte das ſtille Dankgebet durch den Saal.

XIII.

Es war ſechs Uhr Morgens.

Der Glanz des Tageslichts zu dieſer frühen Stunde und die Höhe der Sonne an dem hellen Himmel bezeugten, daß der heiße Sommer an die Stelle des milden Maimonats getreten war.

Es mußte an dieſem Tage ohne Zweifel in Ant⸗ werpen etwas ganz Beſonderes, oder etwas Feſtliches geſchehen; denn durch alle Thore kamen die Außen⸗ wohner in großer Menge in die Stadt hineingezogen. Die Straßen waren mit Menſchen jedes Alters an⸗ gefüllt, die unter Schwatzen und Lachen ſich beeilten, nach der Mitte der Stadt zu gelangen, als warte ihrer dort ein frohes und prächtiges Schauſpiel. Beſonders durch das Bürgerholzthor ergoſſen ſich die Bewohner der volkreichen Vorſtädte und der nächſtliegenden Dörfer in fortdauerndem Strom durch die Stadt. Dort war das Gedränge unter dem engen Eingang zuweilen ſo heftig, daß Weiber und Kinder Gefahr liefen, erdrückt zu werden.

Niemand ſchien jedoch auf ihre Angſtrufe ſonder⸗ lich Acht zu geben: alle ſetzten ihren Weg, ohne ſich umzuſehen und in vermehrter Eile fort, bis am Ende der erſten langen Straße ein außergewöhnlicher Zu⸗ ſammenlauf des Volks unerwartet deren Neugierde weckte.

Vor der Wohnung des Herrn Van de Werve

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