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Simon Turchi oder Die Italiener in Antwerpen (1550) : historische Erzählung aus dem sechzehnten Jahrhundert / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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ſie dem Herrn für die wunderbare Errettung ihres Verlobten.... Aber die Stimme des Landvogts er⸗ tönte gebieteriſch in den Gang; Jeder vermuthete, was geſchehen ſollte, und ſchaute zitternd auf Simon Turchi.

Dieſer hatte mit tödtlicher Beſtürzung den Sinn von des Landvogts Befehl errathen. Er warf ſich knieend auf den Fußboden, kroch in die Mitte des Saales und rief mit aufgehobenen Armen und thrä⸗ nenden Augen:

O, Herr Van Schoonhoven, o, Geronimo, ich habe mich einer abſcheulichen Miſſethat ſchuldig ge⸗ macht; ich verdiene Euren Haß, Eure Verachtung, den Tod.... aber Gnade, Erbarmen, habt Mitleid mit mir! Erſpart mir die Schande des Schaffots. Belaſtet mein Geſchlecht nicht auf ewig mit Schmach. Laßt mich fliehen bis an's fernſte Ende der Welt.... Ach, nein, nein, Verzeihung, Verzeihung, überliefert mich nicht dem Henker!

Fünf Gerichtsdiener zeigten ſich am Eingang des Saals.

Was gebietet der Herr Landvogt? fragte der Erſte derſelben.

Man binde dem Signor die Hände auf den Rücken! war die Antwort.

O cielo, mi legate le mani? a me!*) Mich binden? Mich binden wie einen Dieb? rief Turchi mit Abſcheu.

Einen Edelmann binden? wiederholte der An⸗ führer der Gerichtsdiener beſtürzt.

*) O, Himmel, mir die Hände binden? mir! A. d. U.

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