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Simon Turchi oder Die Italiener in Antwerpen (1550) : historische Erzählung aus dem sechzehnten Jahrhundert / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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dem man ſein einziges Kind entriſſen hat? Kein Kummer mehr! Ich will Euch lohnen für Eure theure Zuneigung: Euch lieben, Euch dankbar ſein und Euch in Ehren halten, bis an den Rand des Grabes. O, Preis ſei dem barmherzigen Gott, der mich ſo wunderbar aus den Klauen dieſes blutgie⸗ rigen Tigers gerettet hat.... Aber, aber, Maria? Wo iſt Maria? Ach, dort auf dem Stuhl. Himmel, meine arme Geliebte, was iſt ihr geſchehen?

Er lief auf die ohnmächtige Maria zu; kniete vor ihr nieder, faßte eine ihrer Hände und benetzte ſie mit heißen Thränen, während er mit bekümmer⸗ tem Ton ſie bei ihrem Namen rief.

Unterdeſſen war die Kammerfrau damit beſchäf⸗ tigt, Maria's bleiche Stirne mit Waſſer und Eſſig zu waſchen; Herr Van de Werve unterſtützte die Wärterin voll Angſt und Beſtürzung in ihren Be⸗ mühungen, das Mädchen wieder zur Beſinnung zu bringen.

Eine kurze Weile war Simon Turchi unter dem Eindruck der plötzlichen Erſcheinung Geronimo's ver⸗ nichtet geblieben. Dann hatte er ſich aufgerichtet und gedachte ſich der Thüre zu nähern, um die Flucht zu ergreifen; aber der Landvogt, der ſeine Abſicht durchſchaute, hatte ſeinen Degen gezogen und ſich an die Oeffnung der Thüre geſtellt.

Simon Turchi bemerkte, daß Alles für ihn ver⸗ loren war. Mit gebücktem Haupt und die Hände vor dem Geſicht, ſtand er in der Tiefe des Saales. Seine Kniee wankten, alle ſeine Glieder bebten, ängſtliche Seufzer und verzweifeltes Gemurmel ſtie⸗ gen aus ſeiner beklemmten Bruſt empor. Wohl