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Simon Turchi oder Die Italiener in Antwerpen (1550) : historische Erzählung aus dem sechzehnten Jahrhundert / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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Simon Turchi ſah in düſterer Verzweiflung zu Boden; der alte Deodati bedeckte weinend ſein An⸗ geſicht mit den Händen.

Ein ängſtlicher Schrei entſchlüpfte des Mädchens Bruſt; ſie blickte der Reihe nach auf ihren Vater, auf Deodati, auf Turchi und auf den Landvogt; aber Jeder ſchwieg und ſchien ihrem fragenden Auge mit Beſorgniß auszuweichen.

Geh' auf Dein Zimmer, ich erſuche, ich bitte Dich, Maria, flehte Van de Werve.Thue es mir zu liebe. Frage nichts.

Die Jungfrau, betroffen über alle dieſe Zeichen großen Unheils, eilte auf ihren Vater zu und rief mit gefalteten Händen:

Ach, ſagt mir, was muß ich fürchten? Was iſt geſchehen? Sprecht, Herr Vater; beruhigt mich. Laßt mich nicht in dieſem gräulichen Zweifel. Sagt mir, daß ich mich täuſche, daß man Geronimo's Leiche nicht gefunden hat! Wehe, er iſt todt, todt, nicht wahr?

Und die Arme um ſeinen Hals ſchlagend, begann ſie in herzzerreißendem Ton zu wimmern und wieder⸗ holte zwanzig Mal ihre Bitte, um zu erfahren, was Alle in eine ſo außerordentliche Bewegung verſetzte.

Herr Van de Werve wollte, ohne eine Erklärung zu geben, ſeine Tochter aus dem Saale führen; ſie aber riß ſich, ganz von Sinnen, von ſeiner Hand los, ſtürzte vor Turchi auf die Kniee und flehte:

Bei Eurer Liebe zu ihm, o Signore, habt Mit⸗ leid mit mir! Sagt mir, was ihm widerfahren iſt. Duldet nicht, daß ich von hier gehe, mit der ſchreck⸗ lichen Ueberzeugung ſeines Todes im Herzen!