Auf demſelben Acker, wo ich ganze Tage, ohne viel Zwang, zu arbeiten hatte, ſah ich eine alte blinde Frau an eine Art kleinen Pfluges ſpannen und gleich einem Mauleſel mit Stockſchlägen vorwärts treiben. Sie war eine Chriſtenſclavin, der man aus lauter Grauſamkeit die Augen ausgeſtochen hatte. Ich er⸗ fuhr von ihr, daß ſie in Italien geboren war, und zwar in einem Dorfe unweit Porto⸗Fino, einem Ha⸗ fen in der Nähe von Genua. Sie hatte keine Bluts⸗ verwandten, welche ein Löſegeld für ſie bezahlen konnten, und deßhalb hatte man ſie wie ein Zug⸗ thier an den Pflug geſpannt, bis der Tod ſie erlö⸗ ſen würde. Das ſcbecliche Loos dieſer unglücklichen blinden Sclavin flößte mir ſo tiefes Mitleid ein, daß ich Thränen der Wuth und des Herzeleides ver⸗ goß, wenn ich aus der Ferne hören mußte, wie der Stock des Sclaventreibers ihr ein Schmerzensge⸗ ſchrei entriß. Einmal ſogar, als die heidniſchen Henker die arme Frau auf den Boden geworfen hatten und ſie grauſam mißhandelten, wurde meine Entrüſtung ſo heftig, daß ich mit Gewalt ſie zu ſchützen wagte. Hätte nicht mein mauriſcher Herr ein anſehnliches Löſegeld für meine Freilaſſung er⸗ wartet, mir wäre ſicherlich der bitterſte Tod zur Strafe für meine Keckheit geworden. Nach einigen Tagen Gefängniß und roher Behandlung ſandte man mich auf den Acker zurück, um wie vorher zu arbei⸗ ten. Der Zuſtand der blinden Sclavin hatte ſich
nicht geändert; gleich unmenſchlich wurde ſie mit
Stockſchlägen überhäuft. Mich jammerte ihr Loos unſäglich; doch mehr noch meine Unmacht, dieſe Frau,
die mir doch durch Chriſtum und durch unſer ge⸗
meinſames gottloſen Gewalt durch and rend der den Scla⸗ jedesmal, thun konn meine bei der Hoffn fen ſchreck ihr, wenn käme, wür zu bewirke Jahre alle menzubrin terland, v ſcheinlichen die Hände Gott zuge durch die zu erhellen ihr in der meine Ann von dem eine bewa zuholen. Freiheit lie Hand ſtelle Waaren ne blinden Fr von dem 2


