Teil eines Werkes 
1.Band (1876)
Entstehung
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ſelbſt zu verzweifeln.Erſt mit allem Eifer eine Sache predigen, ſagte er bitter,und dann ſelbſt das Gegentheil thun; Anderen Unaufrichtigkeit vor⸗ werfen und Beifall und Lohn für Eigennutz und Täuſchung einernten. Wie leicht iſt es mir der Welt zu entſagen, mit Ausnahme deſſen, das mir die ganze Welt iſt! Es koſtet mich nichts, kein Bedauern, keine Anſtrengung, mir leibliche Genüſſe, ſchöne Kleider, ſelbſt Bücher oder Bilder zu verſagen, mein Geld den Armen zu geben, weinen Feinden zu verzeihen, denn ich beſitze keine, die zu haſſen es der Mühe lohnte. Der einzige Punkt, in dem ich Selbſtver⸗ leugnung üben könnte, iſt der, wo ſie mir unmöglich ſcheint. Wenn Selbſtverleugnung und Chriſtenthum eins ſind, ſo bin ich ein Heide. Iſt Selbſtver⸗ leugnung das Geſetz eines guten Lebens, ſo bin ich ein Rebell an der einzigen Stelle, an der es Anwendung auf mich findet; und ich gehorche ihm nur da, wo mir ſeine Uebertretung läſtig wäre.

Es gereichte ihm bei ſeiner ſonſtigen Milde nicht zum Troſt, Andere in ſeine Verurtheilung hineinzu⸗ ziehen; es verdüſterte ſeine peinliche Lage nur noch mehr, aber da er ſich hart gerichtet, maß er Andere natürlich mit demſelben Maß.

Warum von Selbſtverleugnung reden! Hier

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