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Barmherzigkeit gehofft bis zu dieſer Stunde! Wehe, Du haſt ihn alſo verlaſſen? Du überlieferſt das arme Schlachtopfer dem triumphirenden Tode? Da ſind ſeine Henker; ich höre ihre Schritte, das Klirren ihrer Waffen... Schrecklich, ſchrecklich, er muß ſterben!“
Und ſie ſank auf ihren Stuhl zurück, die ſtarren Augen regungslos nach der Thüre gerichtet, vor welcher in der That das Geräuſch ſchwerer Schritte und klirrender Waffen ſich vernehmen ließ.
Die Thüre wurde geöffnet; es erſchien ein Kriegs⸗ mann, welcher ohne Zweifel von ſehr hohem Rang mußte, denn ſeine Uniform war mit goldenen
Verzierungen beſetzt und ſein Hut von einem präch⸗ tigen Federbuſch beſchattet.
„Sie ſind verwundet, mein Kapitän Stock?“ ſagte er.„Zum Glück iſt es nicht ſchlimm, wie ich ſehe.“
„Der General⸗Befehlshaber!“ rief Louis Stock mit Ueberraſchung und Schrecken.
Aber kaum war dieſes Wort ſeinen Lippen ent⸗ ſchlüpft, ſo lag Bella auf den Knieen vor dem Ge⸗ neral. Sie ſchaute ihn mit feuriger Bitte durch ihre Thränen an, hob die Arme flehend zu ihm empor und rief:
„General, General, Gott ſelbſt ſendet Sie. Ach, ſchenken Sie ihm das Leben! Er hat bereits ſo ſchrecklich auf Erden gelitten. Ich werde Ihren Na⸗ men ſegnen, ich werde für Sie beten. Erhören Sie mich, ſchlagen Sie es mir nicht ab. O, ſeien Sie barmherzig, ſehen Sie, ich küſſe Ihre Füße, ich bade ſie mit meinen Thränen. Gnade, Gnade, für ihn!“
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