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Bella Stock : Bilder aus dem Leben der flämischen Fischer / von Hendrik Stock. Aus dem Fläm. von C. Büchele
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mit heiliger Sorgfalt; aus Liebe, aus Mitleid trage es auf Deinem Herzen und denke zuweilen in Dei⸗ nen Gebeten an ſie und an mich!“

„Ich werde für Sie beten, für Ihre Eltern, für Ihre Schweſter, alle Tage, noch auf meinem Sterbe⸗ bette!“ ſeufzte das Mädchen.

„Bewahre gleichfalls mein Teſtament,“ ſagte der junge Mann.„Für jetzt hat es keinen Werth, aber es mag eine Zeit kommen, daß meine Seele auf Dich niederſchauen kann, da Du reich, glücklich biſt und auf dem Schloſſe ſelbſt wohnſt, wo meine Wiege geſtanden iſt.“

Bella erhob plötzlich den Kopf, unter dem Ein⸗ druck eines plötzlichen Gedankens, und fragte in ſelt⸗ ſamem Ton:

„Herr von Milval, Sie haben ein Geheimniß auf dem Herzen; Ihr Grab ſoll es umfangen. Ach, ich bitte Sie, vertrauen Sie mir dieſes Geheimniß; vielleicht finde ich die Kraft, um die letzte Betrübniß Ihrer Seele zu überwinden.“

Der junge Mann ſchien bei dem Anhören dieſer Frage zu erbleichen. Er ſchaute dem Mädchen in die Augen mit einem unbegreiflich tiefen Blick, der ihr einen leiſen Schrei entriß.

„Dieſes Geheimniß,“ murmelte er mit dumpfer Stimme, wie erſchrocken,„dieſes Geheimniß muß mit mir ſterben.“

Aber Bella hatte wahrſcheinlich in ſeinen leuch⸗ tenden Augen eine rührende Offenbarung geleſen; denn ſie begann laut zu ſchluchzen und legte ſich die Hände vor das Angeſicht, um die Thränen zu ver⸗ bergen, die ſtromweiſe über ihre Wongen floßen.

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