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Erhebe das Haupt, Freundin, zeige mir das ſüße und freundliche Antlitz, deſſen Anblick allein mir ſo oft die Hoffnung und das Vertrauen zurückgab!“
„Ja, Herr, ja, Freund, bewahren Sie dieſen wunderbaren Muth!“ ſeufzte Bella mit ſchwacher Stimme, welche durch innerliche Thränen erſtickt ſchien.„Sie waren ſo unglücklich auf Erden! Sie haben Nichts zu betrauern...“
Unter dem Zwang, welcher ihr auferlegt war, fand das arme Mädchen noch Worte und Gedanken, um der Angſt und dem Schmerze, wodurch ihre Sinne verdüſtert und ihre Nerven erſchüttert wurden, Luft zu machen. Hätte ſie nur in Klagen ausbre⸗ chen, hätte ſie nur dem Strom ihrer Thränen freien Lauf laſſen dürfen! Aber die Furcht, Kapitän Louis möchte ſie aus dem Zimmer weiſen, beherrſchte ſie dermaßen, daß ſie mit übernatürlicher Gewalt bei⸗ nahe die Schläge ihres Herzens hemmte und alle Bewegungen ihres erſchütterten Gemüthes bezwang.
„Ich habe Nichts zu betrauern, Bella?“ ſagte Herr von Milval, die letzten Worte des Mädchens wiederholend.„Ja wohl, Freundin. Ich habe es Dir geſchrieben: der einzige Kummer, welchen ich in das Grab mitnehme, iſt, daß ich nicht auf Erden bleiben kann, um mein ganzes Leben Deinem Glücke und dem Glücke Deines Vaters zu weihen. Gott hat es anders beſchloſſen, aber ich werde dort oben meine Trübſal, mein Leiden und meinen Tod vor ſeine Füße niederlegen und ihn anflehen, daß er all mein Verdienſt Deiner ſchönen Seele anrechne. Er wird Dir die Schuld des armen Fremdlings bezahlen .. Bella, bewahre das Bildniß meiner guten Mutter


